Wohnhaus

Stolzestraße 4 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8327
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Stolzestraße 4, 50674 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.05.1998
Stadtteil Neustadt/Süd

Um 1904 erbaut auf rechteckiger Grundfläche mit rückwärtigem kurzen Seitenflügel.

Fassade: Fünf Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (1953 verändert wiederaufgebaut); fünf Achsen, axialsymmetrische Anlage, in den äußeren Achsen vom zweiten bis vierten Obergeschoß Zier-Balkone mit steinernen Brüstungsgeländern; Putzfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil, Erdgeschoß und erstes Obergeschoß mit Fugenschnitt; mittlerer Hauseingang, Haustür erneuert (Holz); hochrechteckige Fensteröffnungen (Brüstungen der Erdgeschoßfenster verändert), Fenster und Balkontüren erneuert (Holz und Kunststoff).

Rückseite: Fassade backsteinsichtig; stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert (Holz und Kunststoff), Hoftür erneuert (Kunststoff).

Einfriedungsmauer des Hofes aus Backstein (geschlämmt) mit Lisenen und gefirsteter Abdeckung ist Bestandteil des Denkmals.

Der spätere kleine Schuppen gehört nicht zum Denkmal.

Im Inneren: Tragende Mauern und Geschossigkeit erhalten, in den Wohnungen zusätzliche Raumaufteilung durch leichte Trennwände, Terrazzoboden und Terrazzotreppe in Eingangsbereich und Treppenhaus weitgehend erneuert.

Die Kölner Neustadt, die seit 1881 bis in den Beginn des 20. Jahrhunderts unter Josef Stübben als Stadtbaumeister und nach seinen Plänen halbkreisförmig um das alte Stadtgebiet angelegt worden ist, gilt als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts. Sie entstand von Anfang an nicht als einheitlicher Stadtteil, sondern als Gefüge verschiedenartiger Wohnviertel entlang der Ringstraße als repräsentativem Boulevard.

Die Stolzestraße liegt in einem als Arbeiterwohnbereich gekennzeichneten Gebiet zwischen Zülpicher Straße und Eifelstraße. Die nahe Bahntrasse bestimmte zum einen den Verlauf der Gabelsberger Straße, die mit der Stolzestraße und der Luxemburger Straße einen dreieckigen Häuserblock begrenzt, zum anderen die soziale Struktur der Bevölkerung. Entsprechend erfolgte die Bebauung für die hier ansässigen Bewohner unterer Schichten mit hohen Mietwohnhäusern einfachen Standards. Die hohe Flächenausnutzung wird noch heute an den aus der Gründerzeit erhaltenen Bauten deutlich, die eine dichte Hinterhofbebauung aufweisen.

Trotz grundsätzlich schlichter Bauweise ohne wesentlich vortretende Bauteile wie z. B. Erker zeichnet sich die straßenseitige Fassade des o. g. Gebäudes durch eine für die Entstehungszeit um 1904 und den Jugendstil typische Gestaltung mit Schmuckformen aus. Sie wird durch die axialsymmetrische Gliederung, die Balkonaustritte und die Stuckornamentik in floralen, für den Dekorationsstil charakteristischen Motiven geprägt. Erdgeschoß und erstes Obergeschoß sind durch ihre Putzstruktur (Rauhputz mit Fugenschnitt) zusammengefaßt. Sie werden dadurch als Sockelzone gegenüber den weiteren Obergeschossen abgesetzt, die glatt verputzt und durch Stuckdetails im Bereich der Fenster bereichert sind.

Während im Inneren beim Wiederaufbau die Kriegsschäden teilweise durch Einzug neuer Geschoßdecken und Änderung der Wohnungszuschnitte, aber unter Beibehaltung der tragenden Substanz behoben wurden, zeichnet sich die Situation im rückwärtigen Hofbereich durch weitgehend erhaltenen ursprünglichen Bestand einschließlich der Einfriedung aus. Zusammen mit den erhaltenen Baudenkmälern der Straße, dem unmittelbar gegenüberliegenden Canisiushaus Stolzestr. 1 a, den benachbarten Gebäuden Nr. 12 und 6 sowie den an der Ecke zur Gabelsberger Straße liegenden Häusern bildet das o. g. Gebäude Stolzestr. 4 ein städtebaulich wirksames Ensemble der gründerzeitlichen Bebauung. Unter sozial- und bauhistorischen Aspekten ist es ein prägnantes Beispiel für die Ausbauphase der Straße und charakteristisch für das ursprüngliche Erscheinungsbild dieses Neustadtquartiers. Es ist aus den genannten Gründen als unverzichtbares Baudenkmal unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0