Wohnhaus
Stolzestraße 12 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4686 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Stolzestraße 12, 50674 Köln |
| Baujahr | 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.07.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde 1904 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 2-achsige, 4-geschossige Traufenhaus mit Giebelgeschoß als Beispiel einer historisierenden Bauweise mit Dekorelementen des Jugendstil. Über dem gequaderten Erdgeschoß mit abschließendem Gurtgesims erhebt sich die in Fugenschnitt strukturierte Fassade, die durch (Fensterbank) Gesimse, Putzbänderung im Giebel, sowie ein Teil-Traufgesims gegliedert wird.
Die ohrig gerahmten Fenster werden durch ornamentierte Brüstungsfelder in stilisierter Balustermanier (1. OG), in floralem Jugendstil (2. OG) sowie durch reichen Bekrönungsdekor im Giebel betont. Im 3. Obergeschoß flankieren auf schmalen Pfeilervorlagen zwei mit typischem Jugendstildekor gerahmte weibl. Masken die breite Fensterachse.
Die zum großen Teil noch originalen Fenster vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Porportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht. Das Innere des Gebäudes entspricht in seinem Dekor dem äußeren Erscheinungsbild: Fußboden in Terrazzo und 3-farbigem Fliesenverband, dunkle Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, den Treppenlauf begleitende kannelierte Wandleiste, Stützbogen mit zwei kränzetragenden weiblichen Reliffiguren, Wandstuck mit zwei sich gegenüberliegenden Reliefs (weibl. Figur mit Lorbeerkranz, Neptun mit Dreizack in Medaillongform), Wohnungstürabschlüsse, Stuckdecken und Zimmertüren in den Wohungen. Im Treppenhaus ist die eine Hälfte eines bleiverglasten farbigen Fensters im Jugendstildekor erhalten.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus als Dokument für die ab 1881 bis etwa 1910 nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Städtebaumeisters H.-J. Stübben durchgeführte ringförmig um die Altstadt angelegte 4. Stadterweiterung. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Stolzestraße durchtrennt das Straßendreieck Eifelwall, Luxemburger Straße und die der Kurvenlage der Eisenbahn folgenden Gabelsbergerstraße, und trifft spitzwinklig mit dem Eifelwall auf die Luxemburger Straße.
Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt als Bestandteil eines Straßenensembles mit den Häusern 1 a sowie Nr. 4, 6 und 8 aus der gleichen Erbauungszeit, das das ehemalige Erscheinungsbild der Straße in Ansätzen bewahrt und rekonstruierbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0