Wohnhaus
Merheimer Straße 157 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8232 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Merheimer Straße 157, 50733 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.12.1997 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1907, 3-geschossiges, 3-achsiges Wohnhaus mit ausgebautem Mansarddach und 3-geschossigem rückwärtigem Seitenflügel. Putzfassade mit Stuckgliederungen des Jugendstils.
Fassade: im EG links originale hölzerne Eingangstür mit Glasfüllung und Oberlicht, rechts davon drei Fenster; alle Fenster erneuert, Kunststoff, Einscheibenfenster mit Oberlicht; Kellerlukenverschlüsse original erhalten. Im 1. und 2. OG in der mittleren Achse Erker, der im DG oberhalb eines kleinen Blendgiebels als Balkon abschließt und von geschweiftem Giebel bekrönt ist. Die Fenster des DG in die abknickende Fläche des Mansarddaches einschneidend. Verschiedene Putzstrukturen, aufwendige Stuckrahmungen der Fenster und der Haustür und zahlreiche Jugendstilornamente, besonders im Bereich von Traufe, Erker und Giebel
Rückseite: backsteinsichtig, im Vorderhaus zwei Fensterachsen, im Dach zwei Gauben; 3-geschossiger Seitenflügel mit drei Achsen, Mansarddach und zwei Gauben im hinteren Bereich (Toilettenfenster erhalten, alle großen Fenster der Rückseite erneuert, Kunststoff, Oberlicht und Einscheibenfenster, Rolladenkästen im EG des Vorderhauses) Hoftür original, außen Kellertreppe mit originaler Tür.
Innen original erhalten: im Vestibül Terrazzofliesen mit schwarzen geometrischen Mustern auf hellgrauem Grund, weiße Wandfliesen mit abgefasten Kanten, blau-türkis-farbenen Rahmen und Abschlußkanten, einzelne Jugendstilschmuckfliesen mit Pfeilornament, aufwendiger Stuck mit Lisenen und Rahmungen. Wohnungstüren größtenteils original (verändert: eine Tür im EG und Tür im DG erneuert, an erhaltenen Türen ursprüngliche Glasfüllungen unter Rücksichtnahme auf die Profilierungen mit Holz geschlossen), Terrazzotreppe mit Holzgeländer und hölzernem Antrittspfosten, (verändert: EGWohnung vorne alle Türen erneuert, verkleinert, Decken abgehängt), Backsteinkeller mit geraden Decken.
Zum Denkmal gehört auch der kleine rückwärtige Garten mit der umgebenden Einfriedungsmauer als ehemaliger Nutzgarten, in dem noch ein Stück Beetumrandung aus schräg gestellten Backsteinen erhalten ist.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Noch heute prägen diesen Stadtteil im wesentlichen die vor der und um die Jahrhundertwende errichteten zwei- bis dreigeschossigen, meist dreiachsigen Häuser mit sparsamen Stuckfassaden und die etwas größeren, reicher stuckierten Bauten aus den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Der westliche Bereich von Nippes wurde seit 1859/60 durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft geprägt, die dort ihre zentrale Eisenbahnwerkstätte einrichtete und den Bereich westlich der Merheimer Str. mit Arbeiterhäusern bebaute. Die Merheimer Str., die bis 1890 Longericher Straße hieß, wurde zur Hauptverkehrsachse dieses Ortsteils "Sechzig".
Das o.g. Objekt ist Teil der nach der Jahrhundertwende entstandenen nördlichen Bebauung dieser Straße und erinnert mit vielen weiteren, aus dieser Zeit in der Nachbarschaft erhaltenen Bauten an die Entwicklung des Kölner Vorortes Nippes und damit auch an die Geschichte der Menschen in Nippes. Hier wird ganz besonders stark die enge Verknüpfung von Industrialisierung, Eisenbahnbau und Siedlungsgeschichte deutlich.
Von großer städtebaulicher Bedeutung ist die Lage innerhalb eines umfangreichen Ensembles erhaltener gründerzeitlicher Bauten. Wichtiges Gestaltungs- und Gliederungsmerkmal aller Häuser dieses Straßenabschnittes sind die kleinen, mittig oder seitlich die Fassade bekrönenden Giebel, die die Fassadenfolge rhythmisieren und beleben. Diese Giebel finden sich bei Nr. 153, 155, 157, 163 und 167. Die besondere Belebung des Straßenraumes durch vorkragende Erker findet sich dagegen nur bei diesem Objekt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0