Wohnhaus
Grolmanstraße 40 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8179 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Grolmanstraße 40, 50825 Köln |
| Baujahr | um 1915 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.10.1997 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut: um 1915; Bauherr: Robert Hardt; in Wohnbebauung eingebundenes, traufständiges, zweigeschossiges (mit Souterrain, Hochparterre) Gebäude; ausgebautes Dachgeschoß (neu); Satteldach (Dachdeckung neu, dem Original nachgebildet: Doppeldach, Biberschwanz); Dachfenster (neu); hochrechteckige hölzerne Treppenhausfenster ansonsten neue hochrechteckige Kunststoffsprossenfenster (den originalen nachgebildet);
Straßenfront: 4 Fensterachsen; Mittelrisalit (im Souterrain u. Hochparterre: seitlich schmale, hochrechteckige Fenster); Souterrain: Garagentor durch querrechteckiges Fenster ersetzt; breites, unprofiliertes Stock- und Traufgesims; Obergeschoß: zurückgesetzt, Balkon vor Mittelrisalit (Balustrade), Dachschräge unter Fenstern; Fledermausgaube; Holzeingangstür mit Verglasung (neuer roter Anstrich);
Gartenseite: differenzierte Fassade, jeweils von Südwesten nach Südosten: Souterrain: Vorbau mit Fenstern / Sitzplatz unter Vorbau / Fenster bzw. Fenstertür zum Garten; Hochparterre: runde Fensterfront, davor schmale Loggia (neue Metallbrüstung) mit neuer Metalltreppe zum Garten / Fachwerkvorbau / Fenster; Obergeschoß: langer, querrechteckiger Balkon (Holzbrüstung nach Original erneuert) / Fenster;
Im Inneren original erhalten: Eingangs- u. Souterrainbereich: Marmorbodenplatten u. -stufen; Treppenhaus: bis Erdgeschoß unterer Wandbereich vertäfelt, Holztreppe, Holzgeländer; Grundriß weitgehend erhalten (Souterrain entsprechend den anderen Wohnungen ausgebaut); hölzerne Wohnungstüren; Holztüren mit Verglasung, teilweise mit rundbogigem Oberlicht (Sprossen), Holztürrahmen; teilweise Türklinken; Hochparterre u. Obergeschoß: Stuckdecken, Dielenwände mit Rahmung; Keller: Backsteinwände, Betondecke.
Der Vorgarten mit mosaikartig gepflastertem Weg, die Einfriedung (ornamentaler Metallzaun, neuer roter Anstrich), der Garten (Rasen; symmetrisch gepflanzte, kleine Obstbäume) und der Zugang zum Garten sowie der Sitzplatz unter dem Vorbau (beide mosaikartig gepflastert - ein Medaillon mit gekreuzten Hämmern) sind Bestandteil des Denkmals.
Wenige Jahre nachdem die "Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld" mit der Errichtung ihres Siedlungskomplexes begonnen hatte (1911 Anlage des Takuplatzes, 1912-25 Siedlung Takuplatz 1-7, etc.), bildete sich in der Nachbarschaft, südlich des Blücherparks, aber unabhängig von dieser Genossenschaft ein weiterer Wohnbereich. Als Erweiterung Subbelraths entstanden in Fortsetzung der Siemensstraße einige Wohnbauten an der Grolmanstraße (um 1914 angelegt; Name geht auf Karl Wilhelm Georg von Grolman (geb. 1777, gest. 1843) zurück: preußischer General z.Z. der Freiheitskriege, mit Blücher Schlacht bei Belle Alliance - als Straßenname im Hinblick auf den anliegenden nach Blücher benannten Park gewählt). An diese knüpfte man nach dem Ersten Weltkrieg an, als man im Rahmen der allgemeinen Wohnungsnot zunächst besonders für die Angehörigen der Kriegsversehrten sorgte und ihnen hier Kriegerheimstätten, d.h. Eigenheime mit Gartengelände, unter besonders günstigen Voraussetzungen errichtete. In der Folgezeit, bis zum Ende der 20er Jahre, beschränkte sich der weitere Ausbau des baureifen Geländes nordwestlich von Subbelrath, zwischen dem Baugebiet der "Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld" und dem Blücherpark, auf eine Vervollständigung der Bebauung an der Grolmanstraße. Zunächst wurde nur die rechte Straßenhälfte bebaut (gerade Hausnummern). Erst ab etwa 1921 begann man mit der Errichtung von Wohnbauten auf der linken Straßenseite. Von 1923 bis 1925 wurden die Gebäude Grolmanstr. 3 bis 61 durch die "Baugenossenschaft Kölner Kriegerheimstätte" gebaut.
Haus Grolmanstr. 40 ist, kurze nach Anlage der Straße errichtet, eines der ältesten Gebäude der Grolmanstraße. Die klare Architektur in der nur verhalten neobarocke Momente anklingen (Mittelrisalit, Balustrade) und die ausgewogenen Proportionen der Fassade wie auch des Grundrisses bedingen die Qualität des Bauwerkes. Als gut erhaltenes Zeugnis der frühen, gegenüber der Kreigerheimstättenbebauung individueller gestalteten Bauten der Grolmanstraße und als herausragendes Beispiel der Wohnarchitektur des gehobenen Mittelstandes in Ehrenfeld ist das Gebäude Grolmanstr. 40 ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0