Wohnhaus mit Ladenlokal

Schnellweider Straße 34 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8210
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus mit Ladenlokal
Adresse Schnellweider Straße 34, 51067 Köln
Baujahr1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1997
Stadtteil Holweide

1928 erbaut, Eckhaus, kubisch-gestaffelter Baukörper mit Erkern, Balkonen und turmartigem Dacherker, backsteinsichtig mit verputztem Sockel, Fenster erneuert.

Fassade zur Schnellweider Str.: 3 Achsen, links zweigeschossiger Standerker, im Grundriß dem schrägen Straßenverlauf angepaßt, Laden im EG, darüber Eckfenster und Balkon mit gestufter Brandmauer; mittig Eingang mit originaler Außentreppe (3 Terrazzostufen und verputzte Wangenmauer) und Vordach, Haustür und flankierende Eckfensterchen erneuert, darüber Treppenhausfenster und turmartiger Dacherker mit über Eck geführtem Fensterband; rechts Regenwasser-Fallrohr nachträglich und Eckfenster sowie Balkonrücksprung mit Eckfenster und Balkontür; weit vorkragendes Walmdach.

Fassade zum Tierkamp: 3 Achsen, rechts und links Eckfenster, auch in dem um die Balkonbreite zurückspringenden 2. OG; mittig zweigeschossiger Standerker mit reicher Durchfensterung und vorkragendem Flachdach.

Gartenfront: 3 Achsen, links Eckfenster und anschließend geschlossene Wandfläche (Fallrohr nachträglich), im 2. OG Balkon; mittig Kellerabgang mit originalem Gitter, darüber quadratische Fenster; rechter Gebäudeteil vorspringend, im EG Terasse mit Gartentreppe (gestufte Brüstungsmauer original, Terrassendach nachträglich), darüber Balkone (Rolladen im 1. OG nachträglich).

Innen: Hausflur mit Fliesenboden, Treppe mit Terrazzostufen und -absätzen, Holzgeländer, Wohnungstüren erneuert, Dachbodentür original.

Bestandteil des Denkmals ist auch die gerundete Einfriedungsmauer an der Straßenecke und der seitlich sowie rückseitig gelegene Garten.

Kein Bestandteil des Denkmals ist die eingeschossige Bebauung an der Straße "Im Tierkamp".

Der heutige Ortsbereich Holweide entstand erst 1910 aus der Zusammenlegung der Ortschaften Holweide, Schweinheim, Wichheim und Schnellweide und wurde 1914 mit Mülheim nach Köln eingemeindet. Die Dörfer lagen im Umfeld mehrer Wasserburgen (Haus Wichheim, Iddelsfeld und Isenburg) und der am Strundener Bach gelegenen Mühlen. Im Zuge der Industrialisierung im benachbarten Mülheim und Kalk entstanden Wohnhäuser für die Arbeiterschaft. Diese ab etwa 1885 errichteten Bauten orientieren sich v. a. an der 1842 zur Chaussee ausgebauten Bergisch Gladbacher Straße. Die Siedlungsverlagerung wird auch deutlich durch die 1926/27 neu errichtete Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt an der Kreuzung Schnellweider Straße/ Bergisch Gladbacher Straße.

Die Schnellweiderstraße ist überwiegend durch die kleinteilige, vorstädtische Bebauung der Jahrhundertwende geprägt. Das o. g. Objekt, 1928 in Ecklage errichtet, paßt sich den unterschiedlichen Baufluchten der Nachbarhäuser an, indem der Hauptbaukörper leicht schräg zu Straße gestellt wird (wie die östlichen Nachbarbauten), während der Erker mit Ladenlokal die Baulinie der sich anschließenden Bauten aufnimmt. Zugleich setzt das Haus durch seine Größe und damals hochmoderne Bauweise einen markanten Akzent im Straßenbild. Das Gebäude wurde im Stil des Neuen Bauens unter Verzicht auf jegliche Schmuckformen in Backstein erricht. Die zweigeschossigen Standerker und v. a. der turmartige Dacherker betonen die Vertikale, während die um die Ecke herumgeführten Fenster, Balkonbrüstungen und Dachansätze ein horizontales Gegengewicht bilden, das noch durch die Färbung der Mauerfugen (weiße Lagerfugen, backsteinrote Stoßfugen) verstärkt wird. Auf diese Weise entstand eine ausgewogene, aber spannungsreiche Fassadengestaltung. Die Wirkung wird durch die erneuerten Fenster nicht nicht wesentlich gestört. Der weitgehend originalen Außengestalt entspricht entspricht im Inneren die gut erhaltene Innenausstattung.

Das Haus ist daher als gut erhaltenes und in Holweide einzigartiges Zeugnis des "Neuen Bauens" und aufgrund seiner städtebaulichen Bedeutung unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0