Wohnhaus

Goethestraße 61 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0967
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Goethestraße 61, 50968 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.02.1982
Stadtteil Marienburg

Die zweigeschossige Villa mit Sockel- und Giebelgeschoß ist laut Grevens Adressbuch 1912/13 errichtet worden. Der verwinkelte, giebelständige Baukörper zeigt eine glatte Putzfassade, Werksteinsockel und hölzernen Schindelbehang im Giebel. Gegliedert wird die ansonsten schmucklose Straßenfassade durch einen seitlich vorgelagerten Altan mit Brüstung im ersten Obergeschoß und einen Fenstererker auf der Mittelachse des Giebelgeschosses. Die symmetrisch gesetzten, hochrechteckigen Fenster, die in den Hauptgeschossen zu Dreiergruppen angeordnet erscheinen, sind nur im Oberlicht mit Sprossenteilung versehen. Der gesamte Baukörper wird durch ein leicht eingeknicktes Satteldach mit Zwerchhäusern und Dachgauben zur Belichtung des ausgebauten Dachgeschosses überfangen.

Hauptgestaltungsmerkmale der rückwärtigen Fassade bilden zwei versetzte Giebel, von denen einer wieder mit Holzschindeln versehen ist. Der höher gelegene Hauseingang im seitlichen Risalit führt ins Innere, wo die originale Raumausstattung mit Holztreppenhaus, originalen Zimmertüren, Parkettfußböden, Stuckdecke und Kölner Decke erhalten ist.

Ein schmaler Vorgarten mit zum Teil originaler Einfriedung und ein rückwärtig angelegter Garten vervollkommnen die ästhetische Einheit der Villa.

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner, im Verhältnis zur übrigen Stadt, im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinn besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jahrhundert haben hier fast ausschließlich bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist.

Das Haus Goethestraße 61 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und, wegen seiner Gesamtplanung, auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung ist der Bau u.a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild seine spezifische Ausprägung.

Das Haus ist in seiner Gesamtkonzeption und der Detailausführung ein Gebäude von großer, künstlerischer Qualität und Bedeutung. Sein malerisches Erscheinungsbild wird durch den mit Schindeln betonten Giebel, die spielerische Variation der Erker und die Ausgewogenheit in der Fensteranordnung geprägt. Im Gegensatz zu den stuckierten, mit vielfältigem Dekor versehenen Bauten der Gründerzeit weist die Verwendung sogenannter "ehrlicher" Materialien wie Putz, Werkstein und Holz auf eine Architekturrichtung hin, die sich - von den Ideen des Deutschen Werkbundes beeinflußt - auf "heimatliche" Bauformen besinnt und sich durch Funktions- und Materialgerechtigkeit auszeichnet.

Die Villa Goethestraße 61 ist als qualitätvolles Zeugnis der Architekturentwicklung vor dem ersten Weltkrieg, an deren Erforschung ein wissenschaftliches Interesse besteht, unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0