Wohnhaus
Schenkendorfstraße 32 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8523 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schenkendorfstraße 32, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.03.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1890; 3 Geschosse, 3 Achsen; historisierende Stuckfassade; durch Stuckrahmungen betonte Fenster (Rahmen modernisiert, mit Oberlichten; im EG Rollläden), im 1. OG zusätzlich horizontale Fensterverdachungen auf je 2 Konsolen; Sohlbank- und Stockwerksgesimse; EG mit Putzsockel und Fugenschnitt.
Ausgebautes DG, Satteldach mit markanter Traufe und Traufgesims.
Veränderte Hautüre mit 2 Stufen in der Eingangsöffnung.
Seitliche (nach Westen) zweiachsige backsteinsichtige Fassade, im 1. und 2. OG je 2 segmentbogige Blindfenster; im DG 2 segmentbogige, einflügelige Fenster mit modernisierten Rahmen, alle mit Sohlbänken.
Im Innern
Erhalten: im Vestibül der Stützbogen mit hölzerner Wandverkleidung; die hölzerne Treppe mit hölzernen Podesten, hölzernem Handlauf und gedrechselten Stäben; die Wohnungseingangstüren, teilweise die Zimmertüren/Laibungen; der Deckenstuck nur noch in Resten; Decken teilweise abgehängt.
Wohnungsgrundrisse verändert (Bädereinbau); im Treppenhaus Toiletten auf den Halbetagen entfernt, Toilettenräume mit orig. Türen als Abstellkammern erhalten.
Rückseite
Verputzt; kleiner Balkon; modernisierte Fenster; Treppenhausvorbau mit Flachdach;
Nicht zum Denkmal gehörend
Seitlicher eingeschossiger Erweiterungsbau (50er Jahre) zwischen den Häusern Nr. 32 und Nr. 34.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Im Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes sind Ansätze industrieller Produktion bereits seit 1800 nachweisbar. Diese Entwicklung setzte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fort und ließ den 1888 zu Köln eingemeindeten Stadtteil zu einem wichtigen Industriestandort heranwachsen. Die Neusser Straße gewann durch die neuen Fabrikstandorte und die zunächst in unmittelbarer Nachbarschaft sich konzentrierende Wohnbebauung an Bedeutung für den sich ausweitenden Vorort. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Ort, dessen Hauptverkehrsachsen die Mauenheimer-, Merheimer- und Niehler Straße bildeten, rasch an. Diese Entwicklung ist begründet in der räumlichen Nähe zur Kölner Innenstadt und in der verkehrsgünstigen Anbindung durch einen eigenen Bahnhof. Es entstanden neue Wohnbereiche beiderseits der Kempener Straße um die damals errichteten Kirchenbauten St. Marien und Lutherkirche. Um die Jahrhundertwende bis ca. 1914 wurden nördlich der Mauenheimer- und der Florastraße die Wohngebiete um den Leipziger- und Erzberger Platz erschlossen; das übrige Vorortgebiet weitete sich bis zum Inneren Grüngürtel nach Süden aus. Im wesentlichen prägen bis 1900 entstandene zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Stuckfassaden den Stadtteil.
Die Schenkendorfstraße ist Teil des in den Jahren 1895-1904 geplanten, zwischen Niehler- und Neusser Straße rasterähnlich in Form in etwa rechteckiger Parzellen erschlossenen und bebauten Straßennetzes Schenkendorf-, Auer-, Gellert-, Kuen- und Eichstraße. Angelegt bereits in der zweiten Hälfte der 1870er Jahre (unter dem Namen Heinrichstraße) als schnurgerade in Ost-West-Richtung verlaufende Verbindung zwischen Niehler und Neusser Straße, hat sich ihre um 1880 einsetzende Erstbebauung durch drei- bis viergeschossige Wohnhäuser bis in die 1910er Jahre hingezogen. Das Haus Schenkendorfstraße 32, ursprünglich ein Einfamilienhaus, dokumentiert im Ensemble der zahlreichen noch erhaltenen Häuser die frühe Ausbauphase. Seine Erhaltung ist aus sozial-, städtebau- und architekturgeschichtlichen Gründen notwendig.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0