Wohnhaus
Schenkendorfstraße 29 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8537 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schenkendorfstraße 29, 50733 Köln |
| Baujahr | 1897 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.05.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1897 (inschriftlich datiert); 2 Geschosse, 3 Achsen; aufwendige, historisierende Stuckfassade;
3/8-Erker im 1. OG, auf Konsolen ruhend, die ins EG hineinragen; Sohlbank- und Stockwerksgesimse.
Originale Fenster mit Oberlichten, im 1. OG hochrechteckig.
Ausgebautes Mansarddach mit 2 originalen Tonnen-Gauben und großem Dachhaus (über dem Erker) mit Volutengiebel (ursprüngl. bekrönende Ampel heute entfernt); Traufgesims und Fries (Deutsches Band).
EG mit Bossenwerk-Sockel und Fugenschnitt; Rund- und Korbbogenfenster (dieses als Drillingsfenster mit Säulen).
Betonter Hauseingangsbereich mit 2 Stufen in der rechten Achse, originale Haustüre mit Oberlicht (Ochsenauge).
Rückfassade verändert (verputzt), lediglich Dachgesimse (Hauptdach und Pultdach des eingeschossigen Küchenausbaus) erhalten. Fenster erneuert, insbesondere Küchenfenster im EG heute ohne Stichbogenabschluss.
Im Hausinnern original erhalten: Hausflur mit Marmorfußboden und -stufen und Stuck an Decke und Stuckkassetten an den Wänden. Diele mit Marmorfußboden, hölzernes Treppenhaus, vierläufig, relativ hoher Antrittspfosten, kleinere Zwischenpfosten an den einzelnen Ecken, teilweise Deckenstuck in der Diele und im Treppenhaus; originale Zimmertüren und originale Türgewände, Stuckdecken in den Wohnräumen, besonders aufwendige Stuckdecken in den beiden repräsentativen Erdgeschossräumen (straßenwärtiger Raum mit größeren Rokokokartuschen in der relativ breiten Kehlung, gartenwärtiger Raum mit einer stark plastischen Decke im Renaissancestil).
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Im Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes sind Ansätze industrieller Produktion bereits seit 1800 nachweisbar. Diese Entwicklung setzte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fort und ließ den 1888 zu Köln eingemeindeten Stadtteil zu einem wichtigen Industriestandort heranwachsen. Die Neusser Straße gewann durch die neuen Fabrikstandorte und die zunächst in unmittelbarer Nachbarschaft sich konzentrierende Wohnbebauung an Bedeutung für den sich ausweitenden Vorort. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Ort, dessen Hauptverkehrsachsen die Mauenheimer-, Merheimer- und Niehler Straße bildeten, rasch an. Diese Entwicklung ist begründet in der räumlichen Nähe zur Kölner Innenstadt und in der verkehrsgünstigen Anbindung durch einen eigenen Bahnhof. Es entstanden neue Wohnbereiche beiderseits der Kempener Straße um die damals errichteten Kirchenbauten St. Marien und Lutherkirche. Um die Jahrhundertwende bis ca. 1914 wurden nördlich der Mauenheimer- und der Florastraße die Wohngebiete um den Leipziger- und Erzberger Platz erschlossen; das übrige Vorortgebiet weitete sich bis zum Inneren Grüngürtel nach Süden aus. Im wesentlichen prägen bis 1900 entstandene zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Stuckfassaden den Stadtteil.
Die Schenkendorfstraße ist Teil des in den Jahren 1895-1904 geplanten, zwischen Niehler- und Neusser Straße rasterähnlich in Form in etwa rechteckiger Parzellen erschlossenen und bebauten Straßennetzes Schenkendorf-Auer-, Gellert-, Kuen- und Eichstraße. Angelegt bereits in der zweiten Hälfte der 1870er Jahre (unter dem Namen Heinrichstraße) als schnurgerade in Ost-West-Richtung verlaufende Verbindung zwischen Niehler und Neusser Straße, hat sich ihre um 1880 einsetzende Erstbebauung durch drei- bis viergeschossige Wohnhäuser bis in die 1910er Jahre hingezogen. Das Haus Schenkendorfstraße 29 dokumentiert im Ensemble der noch erhaltenen Häuser diese Ausbauphase. Seine Erhaltung ist daher aus orts-, bau-, städtebau- und architekturgeschichtlichen Gründen notwendig.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0