Wohnhaus

Hauffstraße 14 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8599
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hauffstraße 14, 50825 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.12.2002
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1905, 3-achsiges, 3-geschossiges Wohnhaus, Satteldach mit Gauben (nachträglich); Putzfassade mit Fugenschnitt und Stuckgliederung in einer Mischung von Neorenaissance, geometrischem und floralem Jugendstil.

Vorderfassade:

Mittlere Achse betont durch Erker im 1. und 2. OG mit balkonartigem oberen Abschluss und Ziergiebel u.a. mit Medaillon und kannelierter, pilasterartiger Trennung der beiden Giebelfenster.

EG: Hauseingang (links) mit originaler Füllungstür und Oberlicht; 3 hochrechteckige, von Putzfeldern gerahmte Fenster (original) mit durchlaufenden Sohlbankgesims.

Zwischen den Geschossen (auch an den Erkerseiten) Masken, geometrischer und floraler Dekor; Konsolen/ Stuck an der Erkerunterseite abgeschlagen;

OG: hochrechteckige Fenster an den drei Seiten des Erkers, breitere Fenster in den Außenachsen; Fenster in Kunststoff erneuert

Rückfassade:

5 Achsen, (2. von rechts ehem. Toiletten) mittlere Achsen mit Loggien, im EG Wintergarten (nachträglich); backsteinsichtig, Bögen, Sohlbänke und Traufgesims in gelbem Blendziegel; ehem. mehrheitlich Segmentbogenfenster, im 2. OG rechts ein auffällig großes Rundbogenfenster, alle Fenster in Kunststoff erneuert.

Im Inneren original erhalten:

Grundriss weitgehend;

Vestibül: Terrazzofußboden, helle Wandfliesen mit farbigem Abschlussband in Brusthöhe, Rundbogenabschluss zum Treppenhaus;

Treppenhaus: Holztreppe, schmiedeeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf, Lincrustatapete/ Profiltapete (brusthoch) bis zum Treppenabsatz zwischen 1. und 2. OG;

Treppenabsätze: Terrazzofußboden, Abstellkammern mit Holzfüllungstüren (ehem. Toiletten)

Teilweise Wohnungseingangstüren (Füllungstüren mit geschliffenen Glas/ Sprossenteilung, Oberlicht), teilweise Wohnungstüren.

Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Freifläche (Hof) und deren seitliche Einfriedungsmauern.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in Höhe der Körner- und Simrockstraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird kurz vor der Jahrhundertwende im Zusammenhang mit der Anlage des großen Schlacht und Viehhofes an der Liebigstraße der Bereich des heutigen Neuehrenfeld baulich erschlossen. Als Siedlungsansatz inmitten des unbebauten Geländes zwischen Nußbaumer und Subbelrather Straße stiftete der bereits in Alt-Ehrenfeld tätige Stadtverordnete Franz Zilkens 1896 einen Bauplatz für ein Kirchengebäude, die Annakirche, mit einer großen, sie umgebenden Freifläche, dem Ottoplatz. Fast gleichzeitig stiftete Alois Anton Schlösser am Rande seines Gartengeländes zur Förderung der Besiedlung ein Grundstück für ein Kirchengebäude mit umliegender Platzanlage, dem Simarplatz, wo wenig später St. Peter errichtet wurde. Von diesen beiden Polen aus entwickelte sich die Neuehrenfelder Besiedlung, u. a. entlang der Hauffstraße (benannt nach dem Stuttgarter Schriftsteller Wilhelm Hauff/ 1802 – 1827), die den Simarplatz mit dem 1902 ebenfalls von Schlösser angelegten Lenauplatz verbindet. Der gesamte Bereich Hauffstraße/ Landmannstraße/Lenauplatz wurde im Anschluss zügig bebaut.

Aus dieser Zeit datiert auch das o. g. Objekt, welches den in der Hauffstraße vorherrschenden und typischen dreiachsigen Haustyp aufweist.

Auffallendes Merkmal dieser 3-achsigen Häuser sind die mit Stuck überformten Fassaden, wobei weitergehend Formen des Jugendstils und der Renaissance aufgegriffen wurden und die Beletage durch aufwendige Fensterverdachungen eine besondere Betonung erfuhr. Zwischen teilweise veränderten historischen Gebäuden gelegen, bildet es noch heute einen markanten städtebaulichen Blickpunkt und vermittelt einen Eindruck von der reichen gründerzeitlichen Bebauung Neuehrenfelds, die Elemente der innerstädtischen Architektur übernahm und somit auch das wachsende Repräsentationsbedürfnis der Bewohner des neuen Vororts belegt.

Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Ursprungsbebauung und trägt wesentlich zum Verständnis der Neuehrenfelder Stadtarchitektur und ihrer spezifischen Ausprägung bei.

Als Hinweis auf die geschichtliche und architektonische Entwicklung des Stadtteils sowie als Beispiel für seine Bebauung Anfang des 20. Jahrhunderts und deren stadtteilspezifische Ausprägung liegt die Erhaltung des o.g. Wohnhauses daher aus städtebaulichen und wissenschaftlichen Gründen im öffentlichen Interesse.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0