Stolzestr.
Benannt nach Heinrich August Wilhelm Stolze (1798–1867), Berliner Stenografen und Konkurrenten Gabelsbergers (siehe Gabelsbergerstr.). Stolze entwickelte ab 1827 das nach ihm benannte Stolze-System der Stenografie — eine konsequent geometrisch-orthografische Stenografie, die sich in Norddeutschland und im Parlamentswesen weit verbreitete. Sein Sohn Franz Stolze und die Stenografie-Reformer Schrey führten das System weiter, sodass die Stolze-Schrey'sche Stenografie bis 1924 mit der Gabelsbergerschen Konkurrenz pflegte — beide Systeme wurden in jenem Jahr durch die Deutsche Einheitskurzschrift abgelöst, die Elemente beider verband. Im Stenografie-Cluster der Neustadt-Süd ist Stolze die nördlich-protestantische Variante (Berlin), Gabelsberger die süddeutsch-katholische (München) — eine kleine Konfessions-/Regionalachse, die typisch für Wissenschafts- und Kultur-Konkurrenzen des 19. Jh. ist.
3 Fotografien
Interessantes in der Straße
Verbundene Baudenkmäler
Stolpersteine in dieser Straße
Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die kleinen Messingsteine wurden vom Künstler Gunter Demnig vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort verlegt.