Wohnhaus
Lenauplatz 7 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7804 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lenauplatz 7, 50825 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.03.1996 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1905; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit 3 Dachhäuschen (in der Substanz original, Verkleidungen erneuert); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination/Überformung von klassizistischen und Renaissance-Elementen (horizontale Lagerfugen, strenge hochrechteckige Fensterformen, profilierte Fensterrahmungen nach Stockwerken variierend); Betonung der rechten Gebäudeachse durch breite Fenster (im 1.OG mit markant gestalteter Verdachung) und risalitartige Vorstufung; Horizontalgliederung durch Stockwerk- (EG) und Sohlbankgesims (EG/1.OG); Eingangstür (Aluminium) und Fenster erneuert (teilweise in Holz, teilweise in Kunststoff); EG zu Ladenlokal umgenutzt.
Rückfront: 4 Achsen (Treppenhaus/WCs rechts leicht vorgestuft); backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Treppenhausfenster mit Beschlägen original; restliche Fenster/Hoftür erneuert.
Innen original: Terrazzobelag im Treppenhaus (im Vorflur mit Intarsien); doppelte Deckenleiste und Stuckrosette im Vorflur; rundbogig profilierter Durchgang mit Kämpfer zum Treppenhaus; Betontreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf; Kellerwange und -tür; Grundrisse (außer DG) weitgehend original (Einbau von Badezimmern).
Bestandteil des Denkmals ist auch die zweischenklige Hofmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie, mußte jedoch schon in der ersten Hälfte der 1870er Jahre des letzten Jahrhunderts infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen und daraus resultierender zügiger baulicher Erschließung um Gebiete nördlich der Bahntrasse erweitert werden. Erste Erschließungsansätze lagen an der Otto- und Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße geführt waren.
Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich dann als siedlungsförderndes Element. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna (1896 erbaut) und der fast gleichzeitigen Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde wenig später St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u.a. entlang der Hauff- und Landmannstraße und am 1902 ebenfalls von Schlösser angelegten Lenauplatz. Aus dieser Zeit datiert auch das o. g. Objekt, das gemeinsam mit einer Reihe weiterer Bauten den Lenauplatz in seiner städtebaulichen Bedeutung definiert. Die Platzrandbebauung ist vorwiegend durch dreiachsige Gebäude charakterisiert, deren abwechslungsreich gestalteten Fassaden durch Erker, risalitartige Vorstufungen und Dachaufbauten betont werden.
Als integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Ursprungsbebauung trägt das o.g. Objekt, das eine bauliche und gestalterische Einheit mit dem Nachbargebäude Nr. 6 bildet, wesentlich zum Verständnis der historischen Entwicklung Neuehrenfelds bei und stellt ein unverzichtbares bauliches Dokument dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0