Wohnhaus

Heinsbergstraße 18 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2186
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Heinsbergstraße 18, 50674 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1890 als Wohnhaus mit vier Vollgeschossen, einem Souterrain, drei Achsen und einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Heinsbergstraße verbindet eine Schmalseite, die Südostseite des Rathenauplatzes, mit der Zülpicher Straße und der Kyffhäuserstraße. Sie besteht aus zwei etwa gleich langen Straßenabschnitten mit Richtungswechsel ihrer Kreuzung mit der Zülpicher Straße. Der Abschnitt zwischen Rathenauplatz und Zülpicher Straße verläuft etwa parallel zur Roonstraße, der Straßenabschnitt zwischen der Zülpicher Straße und Kyffhäuserstraße parallel zur Hochstadenstraße. Beide Abschnitte finden an der Kreuzung Zülpicher Straße ihren optischen Abschluß durch die Eckhäuser mit den anschließenden Straßenfronten der Heinsbergstraße und Zülpicher Straße. Von der Zülpicher Straße aus gesehen, endet der wohnliche Charakter des Straßenraums mit dem stehenden Rechteck seines Querschnitts als Ausblick auf den Bestand historischer Bäume und der lichten Weite des Rathenauplatzes. Der Straßenraum in Richtung Kyffhäuserstraße endet mit der historischen Hausfassade Kyffhäuserstraße 33. Die Heinsbergstraße hat wie die Lochnerstraße und Görresstraße als Wohnstraße die Aufgabe, die umgebende Bebauung in kleinere, übersichtliche Areale aufzuteilen, deren relativ geringe Grundstückstiefen eine Hinterhofbebauung nach Berliner Art vermeiden und trotz hoher Nutzung der Grundstücksfläche eine im allgemeinen offene, rückwärtige Bebauung aufweisen.

Der Souterrain und das erste Obergeschoß bilden die hohe Basis der Fassade. Den Last tragenden Ausdruck der beiden Geschosse vermitteln die glatte, breitbänderige Rustika des Souterrain mit einem abschließenden Gesims und die ebenfalls glatte, ähnlich breite und gequaderte Rustika des ersten Obergeschosses, deren Fugen sich um den Halbkreisbogen des Hauseingangs radial stellen, sich an den waagerechten Stürzen der Fenster der Bogenmauerung entsprechend abwinkeln und das sich auf hohen Schlußsteinen der Stürze abstützende Stockwerkgesims. Die durch eine glatte, schmalfugige Rustika verdeutlichte Einheit des zweiten, dritten und vierten Obergeschosses faßt unterhalb das Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß und oberhalb das weit auskragende, die Fassade überragende Dachgesims ein. Die gleich hohen Fenster und die gegenseitige Abgrenzung der Wohnungsebenen durch die Fensterbankgesimse unterstreichen die Individualität und Gleichwertigkeit der Wohnungen. Die am Souterrain und Erdgeschoß derbe und oberhalb feingliederige Rustizierung, die durch die Lage der Gesimse von Geschoß zu Geschoß nach oben hin scheinbar abnehmenden Geschoßhöhen, die sich, aufwärts gesehen, von Geschoß zu Geschoß vereinfachenden Fensterüberdachungen - am zweiten Obergeschoß bestehend aus dem U-förmigen Gesims um den oberen Teil der Fenster und zwei Konsolen in Verlängerung der seitlichen Fenstergewände, auf denen die Dreieckverdachungen aufliegen, am zweiten Obergeschoß desgleichen mit horizontaler Balkenverdachung, am dritten bis auf das U-förmige Gesims weiter reduziert - bewirken eine optische Überhöhung des Gebäudes. Die Architektur der Fassade entspricht in ihren Grundzügen der Tradition des Kölner Klassizismus. Die Gestaltungselemente sind im einzelnen aus der Renaissance abgeleitet und dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit entsprechend angewendet.

Das Motiv der Haustüre entspricht der Ansicht eines Fensters. Das Zentrum des Brüstungsfeldes über dem Gesims des Fußbretts bildet ein liegender Diamantquader. Die Vergitterung des stehenden Rechtecks der Fensterscheibe besteht aus einer zentralen Blüte, umgeben von Ranken aus schmalem Bandstahl, deren Enden spiralförmig eingerollt sind. Das Fenster umgibt eine innere Rahmung mit nach außen verkröpften Ecken und eine äußere Rahmung aus Fensterbank und Pilastern, die zu jeder Seite auf der Fensterbank stehend das waagerechte Gebälk eines Dreieckgiebels mit waagerechten, seitlichen Ansätzen tragen. Die einzelnen Teile sind zudem mit Kanneluren, kleinen Diamantquadern, ionischen Kapitellen etc. plastisch geschmückt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0