Wohn- u. Geschäftshaus

Sechzigstraße 14 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4205
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Sechzigstraße 14, 50733 Köln
Baujahrum 1900 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.07.1987
Stadtteil Nippes

Das Gebäude wurde um 1900 und 1914 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das giebelständige, 3-geschossige, 4:3-achsige Eckhaus zur Zonser Straße mit Giebelgeschoß und zweifenstrigem Erker mit Balkonabschluß als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus dem geometrischen Jugendstil. Über einem hohen Natursteinsockel erhebt sich die verputzte Fassade, deren Gliederungselemente wie Stockwerkgesims, Fensterbankgesimse, ein stark hervortretendes Traufgesims sowie ein Klotzfries im Giebelbereich - diese horizontal strukturieren. Die Parapetenfelder in dem Fensterbrüstungen sind mit schlichten, schmalen Friesen umgrenzten Medaillons verziert, das Balkonbrüstungsfeld mit kleinquadratischer Stukkatur besetzt, die in den kleinteiligen Oberlichtsprossen der Fenster ihre Ergänzung findet. Der Hauseingang mit erhaltener Holztür befindet sich an der Fassade Zonser Straße. Die auf der Eingangsachse gelegenen, versetzten Podestfenster, die gerahmten und mit Stuck besetzten Rundfenster sowie die unterschiedlichen Achsenabstände geben dieser Fassadenseite ihr lebendiges Erscheinungsbild. Die Dominanz der achsial gleichmäßiger gegliederten Giebelfront der Sechzigstraße erhält durch den 2-geschossigen Erker eine zusätzliche Betonung. Der noch gut erhaltene Erdgeschoßbereich mit Ladengeschäft sowie die Fenster in der alten Sprossenteilung vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht. Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, Stuckrosette, Wandfliesen mit schmaler Schlußleiste sowie einige Motivfliesen.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es die Bebauung dieses Stadtteils nach der Jahrhundertwende dokumentiert. In den Jahren 1859/60 schuf die "Rheinische Eisenbahngesellschaft" am westlichen Rande des damaligen Nippes mit dem Komplex der zentralen Eisenbahnwerkstätte zahlreiche weitere Arbeitsplätze. Im östlich daran angrenzenden Gelände erstellte sie Wohnbauten für ihre Arbeiter und Angestellten. Nach dem eigens hierfür erworbenen "60 Morgen" großen Baugrund erhielt dieser neue Ortsteil die Bezeichnung "Sechzig", ein Name, der heute nur noch in der Bezeichnung der Sechzigstraße fortlebt. Von der Jahrhundertwende bis etwa 1914 setzte ein stürmischer Bevölkerungszuwachs ein, das übrige Vorortgebiet weitete sich bis zum Grüngürtel aus. Der schnell gewachsene, im wesentlichen bis 1900 entstandene ehemalige Ortsteil Sechzig hebt sich durch seine planmäßige Rasterstruktur vom übrigen Nippes ab. Hier prägen zwei- bis dreigeschossige, vielfach dreifensterbreite Wohnhäuser das Stadtbild. Die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert geschaffenen Bauten sind zumeist höher und breiter angelegt und mit phantasievoll stuckierten Hausfronten versehen.

Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt als wichtiger und - durch seine exponierte Ecklage und auch seine Giebelständigkeit - außergewöhnlicher Bestandteil eines weitgehend erhaltenen Straßenensembles, das sonst in seiner historischen Bebauung mit Gebäudefassaden mit Stil der Neurenaissance besetzt ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0