Wohn- u. Geschäftshaus

Sechzigstraße 15 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8562
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Sechzigstraße 15, 50733 Köln
Baujahr1880 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.09.2001
Stadtteil Nippes

Erbaut 1880/1890 (alte Nr. 7a, Änderung der Hausnummer 1884/85. Bereits 1880 ein Haus vorhanden, Eigentümer: Bäckermeister Christian Küpper, ab 1887 in Haus Nr. 21; nun ist der Eigentümer Schlossermeister Naucke, seine Werkstatt im rückwärtigen Anbau).

3 Achsen, 4 Geschosse; flaches Satteldach; in der Dachzone 4 pfeilerartige, durch Metallstangen verbundene Aufbauten; Traufgesims auf 8 Konsolen.

Historisierende Stuckfassade mit Fugenschnitt im 1. und 2. Obergeschoss, Sohlbankgesimse auf Konsolen, profilierte Fensterrahmungen, horizontale Fensterverdachungen; unter den Fenstern im 1. Obergeschoss Stuckgirlanden.

Im 3. Obergeschoss aufwendiges Fensterschmiedewerk original erhalten.

Hochrechteckige, in der Höhe vom ersten bis zum dritten Obergeschoss abnehmende Fensteröffnungen, Fensterrahmen in originaler Sprossierung erhalten.

Erdgeschoss mit Ladenbereich verändert durch Holzverkleidung, dahinter die ursprüngliche Stuckquaderung erhalten. Hauseingangsbereich und Haustür verändert.

Im Innern:

Erhalten ist die hölzerne Treppenanlage; Zustand nach Wiederherstellung der Kriegsschäden.

Rückseite:

Backsteinsichtiger dreigeschossiger Anbau.

Das o.g. Denkmal ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet - zu einem bedeutenden Industriestandort. Diese Entwicklung begann 1860 mit der Errichtung der Eisenbahn-Zentral-Werkstätten westlich der Bahnlinie Köln-Neuss-Krefeld. Südlich der Werkstätten entstand seit den 1860er Jahren für Arbeiter, kleine Beamte, Angestellte und Gewerbetreibende da neue Wohnviertel "Sechzig" mit der Eisenbahnstraße" als seiner Hauptstraße, die seit 1892 den Namen des Viertels trägt. Zwischen Merheimer und Zonser (ursprünglich "Süd-") Straße ist mit den Häusern Nr. 15 und 19-25 ein kleines Ensemble erhalten geblieben, das trotz überall entstellend veränderten Erdgeschossen das Erscheinungsbild der schmalen Straße in der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts dokumentiert.

Deshalb ist das Wohn- und Geschäftshaus Sechzigstraße 15 aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0