Wohn- u. Geschäftshaus (nur Fassade)
Sechzigstraße 19 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8543 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus (nur Fassade) |
| Adresse | Sechzigstraße 19, 50733 Köln |
| Baujahr | 1884 bis 1886 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.05.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1884/86 (erstmals erwähnt im Adressbuch 1886, Eigentümer: Metzgermeister Waller);
3 Achsen, 3 Geschosse, ausgebautes DG; Satteldach mit Traufgesims und Bogenfries. Die beiden ursprünglich vorhandenen straßenseitigen Gauben sind heute entfernt, an ihrer Stelle moderne Dachflächenfenster.
Sparsam gegliederte Backsteinfassade, rechte Achse um eine Ziegelbreite vorgezogen, Stockwerksgesimse.
Im EG original erhalten die gusseisernen Stützen; übrige Fassade hinter Holzverkleidung verborgen.
Im Hauseingangsbereich 1 niedrige Stufe; veränderte Haustüre.
In den OG segmentbogige Fensteröffnungen, modernisierte Fensterfassungen.
Im Innern durch Veränderungen der Treppenanlage und teilweise der Wohnungsgrundrisse nichts Denkmalwertes mehr vorhanden.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet - zu einem bedeutenden Industriestandort. Diese Entwicklung begann 1860 mit der Errichtung der Eisenbahn-Zentral-Werkstätten westlich der Bahnlinie Köln-Neuss-Krefeld. Südlich der Werkstätten entstand seit den 1860er Jahren für Arbeiter, kleine Beamte, Angestellte und Gewerbetreibende das neue Wohnviertel "Sechzig" mit der "Eisenbahnstraße" als seiner Hauptstraße, die seit 1892 den Namen des Viertels trägt. Zwischen Merheimer und Zonser (ursprünglich "Süd-") Straße ist mit den Häusern Nr. 15 und 19-25 ein kleines Ensemble erhalten geblieben, das trotz überall entstellend veränderten Erdgeschossen und im Falle des Hauses Nr. 19 auch der veränderten Dachzone das Erscheinungsbild der schmalen Straße in der Zeit im ausgehenden 19. Jahrhundert dokumentiert.
Wegen der oben geschilderten großen Veränderungen ist allein der Erhalt der straßenseitigen Fassade im Interesse des Straßenbildes angezeigt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0