Wohn- u. Geschäftshaus
Trimbornstraße 4 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4598 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Trimbornstraße 4, 51105 Köln |
| Baujahr | 1896 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.05.1988 |
| Stadtteil | Kalk |
Das laut Adreßbuch 1896 als Wohn- und Geschäftshaus für Wohnungseinrichtungen (Haus Hardeland) erbaute, 4-geschossige Gebäude besitzt eine 4-achsige Putzfassade mit Stuckgliederung. Es war offensichtlich eines der ersten Mietshäuser, das hier, gegenüber dem 1889/90 von den Erben Trimborn erbauten Postgebäude (der ehemaligen Kaiserlichen Post) errichtet wurde. Es scheint, daß die 4 Achsen des gänzlich dem Historismus zuzurechnenden Gebäudes noch die Addition des in Köln üblichen Dreifensterhauses mit einer zusätzlichen Achse über dem Eingang zeigen wollen - die linke Seitenachse wird als Scheinrisalit mit einer Giebelverdachung über dem 1. Obergeschoß leicht abgesetzt. Deutlich nimmt auch hier über dem kräftig horizontal rustizierten Erdgeschoß die Stuckverzierung von der mit plastischen Segmentgiebeln überfangenen Belétage bis zu den schlicht gerahmten Fenstern des 3. Obergeschosses ab. Die Geschosse werden von durchlaufenden Sohlbankgesimsen unterteilt. Über dem Erdgeschoß war ein glattes Brüstungsband für die Beschriftung des mit pilasterartiger Umrahmung original erhaltenen Ladens vorgesehen. Ein kräftiges Dachgesims mit Gurtgesims bildet den oberen Abschluß. Die Fenster sind original, die Haustüre wurde erneuert.
Im Innern besitzt der Hausflur noch den originalen Fliesenboden sowie eine Holztreppe mit Antrittspfosten.
Der Industrievorort Kalk entwickelte sich explosionsartig in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Ansammlung von 3 Höfen mit Wallfahrtskapelle zu einer dichtbesiedelten Arbeiterstadt mit zahlreichen Fabriken. Von diesen sind als bedeutendste noch heute die Chemischen Werke Kalk und Klökkner Humboldt-Deutz (früher Firma Liesegang) tätig.
Außerhalb des Befestigungsrayons von Deutz entstanden die Straßen teilweise im Ausbau der alten Flurwege, teilweise wie die Trimborn-, Robert- und Johann-Mayer-Straße, als neue Trassierung auf den Feldern der Bauern, hier der Erben Trimborn, die auch den Ausbau der Straßen und die Errichtung des Postgebäudes finanziert. Das o. g. Objekt ist Zeugnis dieser Phase und spiegelt die stilistischen Prinzipien des Historismus wider.
Städtebaulich ist das Objekt Teil des noch überaus vollständig erhaltenen Straßenraumes und der Erstbebauung der Trimbornstraße, für den es maßstabbildend ist. Es bildet mit den gleichzeitig erbauten Nachbarhäusern Trimbornstr. 3 - 36 ein städtebauliches Ensemble.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0