Wohn- u. Geschäftshaus

Frankfurter Straße 80 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6323
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Frankfurter Straße 80, 51065 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.12.1991
Stadtteil Mülheim

Um 1900 erbaut; 4 Geschosse, ausgebautes Mansarddach, 2 Achsen, 3geschossiger Erker über trapezförmigem Grundriß, Stuckfassade im Stil des Historismus, originaler Laden im EG. Haustür und Fenster verändert. Inneres bis auf den rot gerahmten Terrazzoboden mit Mosaikkante im Flur erneuert. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher Anbau, Fenster erneuert, Fensteröffnungen zugemauert, im EG 2 Stichbogenfenster durch gußeisernen, ornamentierten Pfeiler getrennt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Frankfurter Straße wurde 1768 als Frankfurter Heerstraße erbaut und führte als Handelsstraße von der einstigen Gewerbe- und Handelsstadt Mülheim nach Frankfurt. Besonders nachdem 1910 die Eisenbahnlinie und der Bahnhof an die Peripherie der Stadt Mülheim verlegt worden waren, wurde auch die Frankfurter Straße als Wohnstraße erschlossen. Viele Anwohner der Mülheimer Freiheit, die damals an Ansehen verloren hatte, zogen in repräsentativere Häuser an der Frankfurter Straße. Obiges Gebäude ist integraler Bestandteil dieser heutigen Hauptgeschäftsstraße von Mülheim und gehört als eines der in dieser Straße nur wenigen erhaltenen historischen Bauten zu den ortsgeschichtlich bedeutenden Häusern Mülheims. Bereits um die Jahrhundertwende errichtet, dokumentiert es mit dem Haus Nr. 66 die frühe, im östlichen Straßenabschnitt beginnende Erschließung der Frankfurter Straße. Repräsentativ mit einem 3geschossigen Erker und abwechslungsreich mit verschiedenen Fensterformen in einer historistischen Stuckfassade gestaltet, veranschaulicht es den schmuckreichen Stil der damals durch Handel und Industrie reich gewordenen Mülheimer Bevölkerung. Besondere Aufmerksamkeit - vor allem auch im Hinblick auf die sonstigen Kriegszerstörungen an diesem Haus - gilt der originalen Ladenfront mit abgerundeten Schaufenstern und profilierten Stützen. Denn gerade die Anpassung an moderne Verkaufpraktiken führen häufig zu starken Veränderungen oder Zerstörungen dieser Gebäudebereiche, die jedoch ein wichtiges gestalterisches Element der Fassade darstellen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0