Wohn- u. Geschäftshaus
Schirmerstraße 30 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6764 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Schirmerstraße 30, 50823 Köln |
| Baujahr | 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.04.1993 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
1908 erbaut, Architekt Pierre Gendebien jr. (inschr. bez.), Eckhaus zur Overbeckstraße. 3 Geschosse, 3 : 3 Achsen, abgeschrägte Ecke, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelhaus über der Ecke und jeweils im mittleren Fassadenbereich; in den Mittelachsen auch Erker mit aufgesetztem Balkon. Reiche Stuckfassade mit Gliederungen im späten Jugendstil, verschiedene Putztechniken. Sockel verändert, Fenster teilweise original, Haustür original; Ladenzone zur Schirmerstraße weitgehend original erhalten (Tür neueren Datums); Tür in der abgeschrägten Ecke ist ebenfalls neueren Datums. Rückseite: backsteinsichtig; Fenster und Türen weitgehend original; 4 Balkone. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen und roter Rahmung, Fliesen bis etwa zur halben Wandhöhe, mit breitem Holzprofil als Abschluß; Terrazzotreppe, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf; Wohnungseingangstüren.
Der Stadtteil Neuehrenfeld wurde ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung zu Altehrenfeld erschlossen. Die Schirmerstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, bildete ursprünglich die Verbindung zwischen Otto- und Overbeckstraße. Ihre Bebauung erfolgte im wesentlichen in den Jahren 1926-33, als mit der Errichtung des Baublocks Schirmer-, Liebig-, Schadow-, Overbeckstraße der Straßenzug bis zur Liebigstraße ausgedehnt wurde. Das Gebäude, das im Eckbereich zur Overbeckstraße einen markanten Blickpunkt bildet, gehört zu den wenigen Zeugnissen der frühen Erschließungsphase. Architekt war der aus der Neustadt stammende Peter Gendebien, dem man beispielsweise auch das 1911 errichtete Haus Ehrenfeldgürtel 177 zuschreibt. Mit seiner reich gestalteten Stuckfassade orientiert sich das Haus Schirmerstraße 30 an der Architektur der Kölner Neustadt. In den Dekorationsformen verbinden sich Elemente des vom preußischen Königshaus (Wilhelm II.) bevorzugten sog. romanisierenden Jugendstils rheinischer Prägung (die Masken, die Putzstruktur des Erdgeschosses) mit bereits deutlichen Einflüssen des Neoklassizismus, der hier durch die unterschiedlichen Putzstrukturen ein ausgesprochen abwechslungsreiches Erscheinungsbild erhält. Als Hinweis auf das Werk eines bestimmten Architekten sowie als Beispiel für die Gestaltungsvielfalt der Neuehrenfelder Wohnbebauung im frühen 20. Jahrhundert wird das o. g. Gebäude somit zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0