Wohnhaus

Im Hasengarten 26 · Hahnwald

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7089
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Im Hasengarten 26, 50996 Köln
Baujahr1962
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.03.1994
Stadtteil Hahnwald

Erbaut 1962 (Planung ab 1960) von Architekt Frieder von Fischer, freistehender kubisch gestaffelter Bau; 2 Geschosse zur Straße, 1 Geschoß zum Garten; Stahlbetonskelettbau; gelbe Backsteinfassaden (Holländ. Klinker), Gliederungen (waagerechte Streifen, Fensterstürze) in Beton (weiß geschlämmt), Brüstungsfelder und z. T. südliche Fronten verputzt (blau gestrichen); Flachdach, neuere Aluschiene. Straßenfassade nach Süden mit leichter Schräge abschließend, Hauseingang aus der Flucht zurückspringend mit orig. Haustür (Holz/Glas). Südseite (aus der Flucht zurückspringend) mit Balkon im OG (orig. Metallgeländer). Westseite mit vorgelagerter Terrasse (Betonplatten) über der Garage, neuere Holzpergola. Gartenseite mit großflächiger Verglasung, Fensterstürze mit Blechabdeckung (grau gestrichen); Terrasse (Betonplatten); rechtwinklig anschließender ehem. überdachter Freisitz heute zu Wohnzwecken ausgebaut (nicht Bestandteil des Denkmals).

Im Inneren original erhalten: im Eingangsbereich Türen und Einbauschränke (Riopalisander), Terrakottafliesen (Römischer Klinker); Treppe (Stahlkonstruktion mit eingehängten Holzstufen; im Wohnbereich Parkettboden, Heizkörperverkleidung; in den Nassbereichen z. T. Wand- und Bodenfliesen; Zimmertüren. Bestandteil des Denkmals ist auch die tiefgelegte seitliche Garage (Einfahrt mit neueren Betonsteinen), die umgebende Gartenanlage (der Vorgarten - ursprünglich Rasenflächen - wurde neu gestaltet und der Eingangsbereich mit Waschbetonplatten ausgelegt), sowie die Einfriedungsmauern (z. T. Bruchstein, z. T. Holländ. Klinker (mit Mönch/NonnePfannen abgedeckt), Gittertor.

Der Villenvorort Hahnwald entstand ab 1929 auf Initiative des Immobilien-Kaufmanns Ernst Leybold - dem Gründer der Marienburg - und des Architekten Theodor E. Merrill auf dem Gebiet der Gemeinde Rondorf. In den 20er und 30er Jahren, vor allem aber nach dem 2. Weltkrieg, haben hier bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Wohn- und Landhäuser, umgeben von ausgedehnten gärtnerischen Anlagen, errichtet. Neben eher konventionellen Villen finden sich überraschende und neuartige Vertreter der Moderne, wodurch sich dieser Vorort als architekturhistorisch interessantes Wohngebiet erweist.

Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen Ensembles Villenvorort Hahnwald. Durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Hahnwald seine spezifische Ausprägung.

Auf einem großzügig bemessenen Grundstück "Im Hasengarten" entstand 1962 nach 2jähriger Planungszeit das o. g. Wohnhaus. Den Niveauunterschied des Geländes nutzend, hat der Architekt Frieder von Fischer den Bau in kubischer Staffelung angelegt, wobei der niedrigere Baukörper zum Garten - dieser ist unterkellert - den Wohnbereich aufnimmt. Zeigt sich das Gebäude von der Straße her verhältnismäßig geschlossen, so öffnen sich die von der Straße abgewandten Hausseiten mit Balkonen und Terrassen zur Umgebung; durch breite Fensterflächen wird der Außenraum praktisch in den Innenraum hineingezogen. In dieser auf Transparenz und Einbeziehung der Natur bedachten Architektursprache stellt der Bau eine deutliche Abkehr vom konventionellen Hausbauen dar und ist charakteristisch für die fortschrittliche Architektur der späten 50er und frühen 60er Jahre unter Einfluß der Bauten Mies van der Rohes oder Richard Neutras. Fischers Architektur hat ihre Wurzeln in der auf Sachlichkeit und Funktionsgerechtigkeit bedachten modernen Architektur der 20er Jahre - in der Weiterentwicklung und Verknüpfung mit Motiven der Architektur der Zeit hat er ein individuelles, den Bedürfnissen der Bewohner Rechnung tragendes Wohnhaus entwickelt. Wesentlich geprägt wird das Erscheinungsbild durch den Wechsel der Baumaterialien: Blau gestrichene Putzfronten stehen im starken Kontrast zu der lebhaften Farbigkeit der naturbelassenen Holländ. Klinker; weiß gestrichene Betonbänder betonen die horizontale Lagerung des Gebäudes und machen andererseits das Konstruktionsverfahren am Außenbau ablesbar. Als qualitätvolles und charakteristisches Wohngebäude der 50er bzw. frühen 60er Jahre wird das Gebäude somit zu einem wichtigen Dokument der inzwischen abgeschlossenen Bauepoche. Wesentlich für das Gesamtbild ist dabei auch die im Sinne der Gartenarchitektur der Zeit naturnah gestaltete Gartenanlage (mit Gartenmauern), die sich zusammen mit der Architektur zu einer untrennbaren Einheit fügt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0