Wohnhaus
Am Zehnpfennigshof 4 · Hahnwald
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8204 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Zehnpfennigshof 4, 50996 Köln |
| Baujahr | 1958 bis 1959 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.11.1997 |
| Stadtteil | Hahnwald |
Erbaut 1958-59; Architekt: Hans Schilling; Bauherr: Berthold Ende; weit von der Straße zurückliegendes, freistehendes, eingeschossiges Einfamilienhaus; Außenwände: Schwemmsteine mit Vormauerung aus alten Backsteinen; organischer Grundriß; teilweise unterkellert; Flachdach; Traufgesims (verkupferte Zinkplatten); originale Fenster z.T. aus Holz, z.T. aus Stahl.
Straßenfront (Osten): asymmetrische Fassade mit Backsteinmauer, die rechtwinklig zur Hausfront steht und die Fassade in einen südl. und nördl. Bereich trennt; südl. der Mauer: hölzerne Hoftür (vom dahinterliegenden kleinen, gepflasterten Hof gelangt man in das Gebäude); abgerundete südl. Ecke; nördl. der Mauer: tieferes Bodenniveau mit Kellereingang und zwei Kellerfenstern; im Erdgeschoß ein schmales längsrechteckiges und ein quadratisches Fenster; die vor dem Gebäude stehende Garage (Backstein, hölzernes Tor) verdeckt den nördl. Gebäudebereich; zwischen der Backsteinmauer und der Garage: Treppe zum tieferen Bodenniveau;
Südseite: geschwungene Fassade; vertieftes Bodenniveau vor Glasfront (Holz, Kreuzstock mit zweiteiliger Gartentür); schmales längsrechteckiges Fenster unter Traufgesims;
Westseite: geschwungene Fassade: z.T. Backsteinvormauerung mit Schlitzfenstern, z.T Holzverkleidung mit großflächigen Fenstern und geschoßhohen Terrassentüren; überdachte Terrasse mit Metallrundstützen und Kamin;
Nordseite: z.T. geschwungene, z.T. rechteckige, versetzte Fassade; Schlitzfenster, rechteckiges Fenster unter Traufgesims, geschoßhohe Glasfläche; tieferes Bodenniveau vor östlicher Ecke;
Im Inneren original erhalten: Grundriß; Parkett im Wohnraum und Diele; Holzstufen auf Stahlunterkonstruktion; Innenwände: z.T. verputzt, z.T. backsteinsichtig; Holzdecke.
Der Garten (überwiegend Rasen; Büsche u. Bäume an den Rändern; modelliertes Bodenniveau, z.B. mit Mulde vor südl. Glasfront) und der Vorplatz mit Garage und Zuweg sind Bestandteile des Denkmals.
Der 1949 neugegründete Hahnwald ist der jüngste Ort der Gemeinde Rodenkirchen (1975 zu Köln eingemeindet). Der Ortsname Hahnwald bezieht sich auf einen früher hier gelegenen Hainwald, der 1610 als "Hendtgen" und um 1800 als "Haalen" bezeichnet wurde.
Die Anfänge des auf diesem Terrain entstandenen Villenvorortes liegen in den späten 1920er/30er Jahren. Nachdem man - der städtebaulichen Praxis folgend, die besten Wohnviertel im Süden anzusiedeln - in Köln mit der Marienburg an die südliche Stadtgrenze gestoßen war, übersprang man diese und orientierte sich im ländlichen Bereich neu. Zu den ersten gehörte Hervey Cotton Merrill, der um 1928 an der Bonner Str. (heute Bonner Landstr.) den Kiefernhof errichten ließ. Von Hervey Cotton Merrill zusammen mit Theodor E. Merrill und Ernst Leybold (alle bedeutende Persönlichkeiten der Marienburgbebauung) gingen dann auch die ersten Impulse für das neue Villengebiet Hahnwald aus. Aber erst nach dem 2. Weltkrieg erfolgte eine umfangreiche Bebauung (1950 zählte der Ort 235 Einwohner, 1967 bereits 812) nach einheitlichen Bauauflagen (z.B. eingeschossige Bauweise). Charakteristisch für die städtebauliche Anlage sind u.a. die Grundstücksgrößen von mindestens 2000 qm, die Raum für ausgedehnte Gartenanlagen bieten. Bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten errichteten neben eher konventionellen Villen überraschende und neuartige Vertreter der Moderne, wodurch sich dieser Vorort als architekturhistorisch interessantes Wohngebiet erweist.
Das Gebäude "Am Zehnpfennigshof 4" ist integraler Bestandteil des baulichen und wegen seiner einheitlichen Bauauflagen auch städtebaulichen Ensembles "Villenvorort Hahnwald". Die Art und Weise wie rechteckige Kubatur mit geschwungenen Wänden kombiniert wird erzeugt ein qualitätvolles architektonisches Spannungsverhältnis. Im Zusammenhang damit weisen zudem die Bodenniveaumodellierung sowie das Ineinandergreifen von Innen- und Außenraum (z.B. wird das Dach bzw. die Holzdecke im Wohnraum oder bei der Terrasse über den Innenraum nach außen fortgeführt) das Gebäude als einen typischen Vertreter des Organischen Bauens aus. Ferner ist das Wohnhaus ein wichtiges Werk im Oeuvre Hans Schillings, der seit den 1950er Jahren zu den renommierten Kölner Architekten gehört. So bestehen z.B. Parallelen zu Neu St. Alban (von Schilling 1957/58 erbaut; hier ebenfalls organische Bauweise, Abbruchbacksteine, Schlitzfenster), die die Architekturauffassung Schillings in den späten 1950er Jahren dokumentieren. Aufgrund der oben genannten Fakten, ist das Gebäude "Am Zehnpfennigshof 4" ein unbedingt zu erhaltenes Baudenkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0