Wohnhaus
Am Zehnpfennigshof 5 · Hahnwald
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7621 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Zehnpfennigshof 5, 50996 Köln |
| Baujahr | 1959 bis 1960 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.08.1995 |
| Stadtteil | Hahnwald |
Erbaut 1959/60; Architekt: F. Lammersen; Villa; eingeschossig, ausgebautes, flachgeneigtes Satteldachgeschoß; Backsteinfassaden (weiß gestrichen); die westlich ausgerichtete Eingangsfront (Giebelseite) ist im EG über die gesamte Breite des Wohnbereiches durch ein flachgeneigtes, schiefergedecktes Vordach überfangen (Vordach nicht original); rechter Hand der ursprüngliche Zugang (Eingangstür erneuert), durch einen zweiten, linker Hand liegenden Zugang ergänzt (nicht original), wobei das ursprünglich fünfteilige Fensterband in der Mitte unterbrochen wurde; der rechte Zugangsbereich ist in Breite der Tür zurückgestuft, glatt verputzt und im OG durch ein zweiflügliges Oberlicht betont; die ursprüngliche, weit vorkragende Eingangsverdachung wurde ersetzt; linker Hand vorgestuft die breite Garage die mit dem Wohnhaus durch das herabgezogene Dach als Einheit aufgefaßt wird (Garagen-
tor, Verschieferung des Wandfeldes über dem Tor und Dachgaube erneuert); Südlich Gartenfront: linker Hand geschlossene Wandfläche bis auf ein Fenster im OG; rechter Hand wird die Front im EG und OG vollständig durch großflächige Glasfenster und Fenstertüren geöffnet; nach Osten schließt sich ein eingeschossiger Anbau an (im OG als Terrasse genutzt); OG wird zurückgestuft, Balkon und Terrasse durch horizontal verlattete Brüstung betont; östliche Gartenfront: im EG und OG rechter Hand je eine zweiflüglige Fenstertür; horizontal verlattete Terrassenbrüstung als Gliederungselement; Nordseite: linker Hand der rückwärtige Anbau mit großflächiger Terrasse im OG; Mittelbereich durch ein Fensterband horizontal gegliedert; Zugang (Hoftür original) linker Hand neben dem nach vorn ausgerichteten Garagenanbau (Zugangstür vom Hofbereich); Fenster original. Innen original: Grundrisse (außer Mauerdurchbruch zum Anbau, Badausbau und Schließung des Treppenaufganges); Natursteinbelag im EG; Treppe; Kamin; Bestandteil des Denkmals ist die straßenseitige Gartenmauer, die noch erhaltenen Natursteinwege am Haus, der Swimmigpool (neu gefasst) und die das Haus umgebende Gartenanlage mit Tennisplatz; nicht Bestandteil des Denkmals ist der hofseitige Unterstand mit Satteldach.
Der Villenvorort Hahnwald entstand als 1929 auf Initiative des Immobilien-Kaufmanns Ernst Leybold - dem Gründer der Marienburg - und des Architekten Theodor E. Merill auf dem Gebiet der Gemeinde Rondorf. In den 20er und 30er Jahren, vor allem aber nach dem 2. Weltkrieg, haben hier bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Wohn- und Landhäuser, umgeben von ausgedehnten gärtnerischen Anlagen, errichtet. Neben eher konventionellen Villen finden sich überraschende und neuartige Vertreter der Moderne, wodurch sich dieser Vorort als architekturhistorisch interessantes Wohngebiet erweist. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen Ensembles "Villenvorort Hahnwald". Durch die Vielzahl der Stile und Hausformen, bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild, erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Hahnwald seine spezifische Ausprägung.
Trotz Veränderungen an der Eingangsfront, die die ursprünglich einheitliche Gestaltung verunklären, stellt sich das o. g. Objekt als typisches, durch ein großzügiges und funktionelles Raumprogramm gekennzeichnetes Beispiel anspruchsvoller 50er Jahre-Architektur dar, daß durch bewußt angelegte Asymmetrien spannungsvoll gestaltet wird. Zu erwähnen sind hier die unregelmäßige Dachform, der Kontrast zwischen geschlossenem Baukörper und großflächig geöffneter Außenwand sowie in der Tiefe verspringende Bauteile. In Zusammenhang mit der bewußt auf das Haus ausgerichteten Gartengestaltung ist das o. g. Objekt unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0