Wohnhaus

Am Zehnpfennigshof 3 · Hahnwald

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8216
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Am Zehnpfennigshof 3, 50996 Köln
Baujahr1958 bis 1960
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.12.1997
Stadtteil Hahnwald

Erbaut: 1958-60; Architekt: Günter Hagen; Bauherr: KarlHeinz Kaspers; eingeschossiges, freistehendes Einfamilienhaus über winkelförmigen Grundriß; geschlemmter Backstein(ursprünglich backsteinsichtig); teilweise unterkellert; tiefen- und höhengestaffelte Kubatur durch zwei Pultdächer unterschiedlicher Tiefe; erneuerte Metallfenster mit originalen Gittern, die in der Mauerflucht liegen.

Straßenfront (Westen): vier hochrechteckige Fenster; südl. an d. Gebäude anschließend: geschlemmte Backsteinmauer; nördl. anschließend: Stirnseite der weit zurückliegenden, mit dem Gebäude verbundenen, geschlemmten Backsteingarage; Metallzaun in etwa in der Gebäudeflucht liegend;

Eingangsfront (Norden): zwei schmale hochrecheckige Erdgeschoßfenster; Eingangszone: gerades Gewände, erneuerte Eingangstür, Glasbausteine, schmales Vordach nur über Eingangstür; schmales hochrechteckiges Dachgeschoßfenster;

Gartenfront (Osten): Stirnseite des südl. Gebäudebereichs: fast geschoßhohe, dreiteilige Glasfläche mit Oberlichtern und Terrassentür, Terrasse; nördl. Gebäudebereich mit Pultdach, Obergaden: Glasbausteine, Erdgeschoß: großes längsrechteckiges Fenster;

Südseite: Terrasse; westl. Gebäudebereich: Außenkamin (später angebaut); östl., zurückspringender Gebäudebereich: hohe, dreiteilige Fensterfläche mit Oberlichtern, großes längsrechteckiges, zweiteiliges Fenster;

Im Inneren original: nur unwesentl. Grundrißveränderung (z.B. Küchenvergrößerung); Eingangsbereich: Solnhofer Sandsteinbodenplatten; Wendeltreppe (Metallgeländer, Kunststoffhandlauf) u. Empore.

Die Garage, der Vorgarten und Garten (überwiegend Rasen, Rabatten, unregelmäßige Bepflanzung, Teich mit Bruchsteineinfassung) sind Bestandteile des Denkmals.

Der 1949 neugegründete Hahnwald ist der jüngste Ort der Gemeinde Rodenkirchen (1975 zu Köln eingemeindet). Der Ortsname Hahnwald bezieht sich auf einen früher hier gelegenen Hainwald, der 1610 als "Hendtgen" und um 1800 als "Haalen" bezeichnet wurde.

Die Anfänge des auf diesem Terrain entstandenen Villenvorortes liegen in den späten 1920er/30er Jahren. Nachdem man - der städtebaulichen Praxis folgend, die besten Wohnviertel im Süden anzusiedeln - in Köln mit der Marienburg an die südliche Stadtgrenze gestoßen war, übersprang man diese und orientierte sich im ländlichen Bereich neu. Zu den ersten gehörte Hervey Cotton Merrill, der um 1928 an der Bonner Str. (heute Bonner Landstr.) den Kiefernhof errichten ließ. Von Hervey Cotton Merrill zusammen mit Theodor E. Merrill und Ernst Leybold (alle bedeutende Persönlichkeiten der Marienburgbebauung) gingen dann auch die ersten Impulse für das neue Villengebiet Hahnwald aus. Aber erst nach dem 2. Weltkrieg erfolgte eine umfangreiche Babauung (1950 zählte der Ort 235 Einwohner, 1967 bereits 812) nach einheitlichen Bauauflagen (z.B. eingeschossige Bauweise). Charakteristisch für die städtebauliche Anlage sind u.a. die Grundstücksgrößen von mindestens 2000 qm, die Raum für ausgedehnte Gartenanlagen bieten. Bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten errichteten neben eher konventionellen Villen überraschende und neuartige Vertreter der Moderne, wodurch sich dieser Vorort als architekturhistorisch interessantes Wohngebiet erweist.

Das Gebäude "Am Zehnpfennigshof 3" ist integraler Bestandteil des baulichen und wegen seiner einheitlichen Bauauflagen auch städtebaulichen Ensembles "Villenvorort Hahnwald". Die variationsreiche Kubatur, die Plastizität durch ihr Spiel von Höhe und Tiefe, Schräge und Gerade erzeugt sowie die individuelle Grundrißgestaltung weisen das Gebäude als einen typischen Vertreter der 50er Jahre Architektur aus, deren Wurzeln im Neuen Bauen liegen. Ferner ist das Wohnhaus ein wichtiges Werk im Oeuvre Günter Hagens, der zu den bekannten Kölner Architekten gehört und u.a. auch in der Marienburg baute (Oberländer Ufer 194, erbaut 1946-50). Aufgrund der oben genannten Fakten, ist das Gebäude "Am Zehnpfennigshof 3" ein unbedingt zu erhaltenes Baudenkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0