Wohnhaus

Thielenbrucher Allee 7 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7301
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Thielenbrucher Allee 7, 51069 Köln
Baujahr1935 bis 1936
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.12.1994
Stadtteil Dellbrück

1935/36 erbaut; Architekten: P. Krücken und W. Hartmann, Köln; freistehendes Zweifamilienhaus; 2 Geschosse auf quadratischem Grundriß, traufständig mit ausgebautem Satteldach, mit zur Straße hin winkelförmig anschließendem eingeschossigem Anbau mit Satteldach, hohes Sockelgeschoß; Putzfassaden (Putz erneuert), Sockel aus Bruchstein, Gliederungen in stilistischen Anklängen an die Neue Sachlichkeit, traufseitige Dachgesimsprofilierungen; 2 stichbogige Hauseingänge, Haustüren original, Außentreppe aus Bruchstein mit originalem schmiedeeisernen Geländer; Fensteröffnungen hochrechteckig, im EG 2 kleine quadratische Öffnungen, originale schmiedeeiserne Gitter und Zierbrüstungen, straßenseitige Fenster mit originalen farbigen Bleiverglasungen, auf der Südseite des Anbaus 1 erneuertes Fenster, auf der Nordseite des Anbaus großes bis über die Traufkante reichendes mehrteiliges Fenster original (teilweise erneuerte Flügel), Garage im Souterrain des Anbaus, schmiedeeiserne originale Wandlaterne am Anbau. Rückseite: rechteckige Fensteröffnungen, Fenster größtenteils erneuert, im Kellergeschoß 2 originale Fenster mit Gittern und 2 originale Türen; Altan mit 2 offenen Balkonen auf Stahlsäulen, im OG mit originalem Metallgeländer und neuerem Fliesenbelag, im EG mit originalem Belag aus Bruchsteinplatten, Erdanschüttung am Sockel und Treppe in den Garten.

Im Inneren orignal erhalten: Grundriß im EG teilweise verändert, im OG original; in den Eingangsbereichen backsteinartiger Tonfliesenboden; Holztreppe mit hölzernem Stabgeländer, Holztreppe mit hölzernem Handlauf zum Spitzboden (teilweise Tonfliesenboden, Speisekammer; im OG Parkettboden (im EG erneuert); Einbauwandschränke im OG; alle Zimmertüren, offener Durchgang zwischen hinteren Räumen im OG, Fußleisten; offene Dachkonstruktion im Anbau (ehemaliges Atelier), Wandmosaik im Flur des OG (von Wilhelm Geißler), Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit straßenseitig originaler Einfriedung (Bruchsteinmauer mit Metallzaun und -toren) und ursprünglicher Wegeführung (Belag aus Bruchsteinplatten), sowie der rückwärtige Garten mit weitgehend ursprünglicher Gestaltung: Randbepflanzung um eine mittlere Rasenfläche, in Grundstücksmitte quer durchfließender Bachlauf mit Einfassungsmauer aus Bruch- und Backstein, hintere Grundstückshälfte mit ursprünglichem mischwaldartigen Baumbestand.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Stunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch-Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem linksrheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht. Das o. g. Grundstück mit dem Wohnhaus Thielenbrucher Allee 7 liegt inmitten des Thielenbrucher Kernbereichs. Es charakterisiert die jüngere Phase der Erstbebauung des Wohnviertels zwischen den beiden Weltkriegen. 1935/36 wurde das Gebäude nach Plänen des Kölner Architekten Paul Krücken (1891-1966) errichtet, der bis 1945 mit W. Hartmann assoziiert war. In der Gestaltungsweise zeichnet es sich durch zeittypisches Nebeneinander von Formen aus, die stilistisch einerseits noch vom traditionellen Heimatstil abzuleiten sind (z. B. Haustüren), andererseits überwiegend sachliche Züge aufweisen und von fortschrittlichen Ideen des "Neuen Bauens" beeinflußt sind. Das individuell auf die Bedürfnisse des Bauherrn Wilhelm Prümm (Hinweis auf dessen Namen durch eine Pflaumendarstellung im Buntglas des WC-Fensters im OG) bzw. mit dem straßenseitigen Atelieranbau auch auf den im Erdgeschoß arbeitenden Kunstmaler Wilhelm Geißler zugeschnittene Zweifamilienhaus dokumentiert dank seiner insgesamt weitgehend erhaltenen Substanz das ursprüngliche Erscheinungsbild zur Entstehungszeit des Villenviertels Thielenbruch. Wesentliche Bestandteile sind der straßenseitig original eingefriedete Vorgarten und der rückwärtige Garten, der in seiner ursprünglichen, weitgehend naturbelassenen Anlage im waldartigen hinteren Bereich unmittelbar den Übergang zum angrenzenden Waldgebiet bildet. In städtebaulicher sowie orts- und bauhistorischer Hinsicht ist das o.g. Objekt Thielenbrucher Allee 7 deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0