Wohnhaus

Nußbaumerstraße 33 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7721
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nußbaumerstraße 33, 50823 Köln
Baujahr1905 bis 1907
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.12.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1905/07; Architekt: Vahlkamp (?); 4 Geschosse, Souterrain, Satteldach (3. OG und Dach nach Kriegsschaden verändert wiederaufgebaut); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Natursteinsockel und Stuckgliederung im Jugendstil; Mittenbetonung durch zweigeschossigen Erker mit Balkon; Souterrain (Naturstein) mit Werksteinrahmungen (originale, schwenkbare Fenstergitter); EG: aufgeputzter Fugenschnitt; Eingangstür mit aufwendig ornamentierter Rahmung; Fenster mit seitlich abgeschrägten Sturzlinien; Gliederung der Obergeschosse in Kolossalordnung (Quader mit Rustikaimitat und zinnenartigen, ornamentierten Aufsätzen); aufwendig gestaltete, profilierte Fensterrahmungen; Eingangstür/Fenster 50er Jahre (Teil des Denkmals); Rückfront: 6 Achsen; backsteinsichtig; Horizontalgliederung/Betonung der Stichbögen mit gelbem Backstein; Fassade links vorgestuft, mittig erneuerte Balkone; Souterrain- und Hoftür original; Fenster/Rundfenster 50er Jahre (Teil des Denkmals). Innen original: Vorflur: profilierte horizontale Wandgliederung; gewölbte Decke (ornamentierter Deckenansatz) mit stilisierten Gurtbögen; profilierter Unterzug zwischen Vorflur/Treppenhaus; Terrazzobelag im gesamten Treppenhaus/Treppe (mit Mittelrosetten und Bordüre); aufwendig gestaltetes Metalltreppengeländer (ornamentiert) mit Holzhandlauf; Keller; Grundrisse verändert (nach dem Krieg aus einer Wohnung zwei gemacht); Hinterhof ursprünglich mit Atelier überbaut (Bodenbelag mit ornamentierten Fliesen erhalten).

Bestandteil des Denkmals sind zwei seitliche Hofmauern mit Wandvorlagen (rückwärtige Mauer an der Parzellengrenze neu). Nicht Teil des Denkmals ist der eingeschossige Hofanbau links.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlicher der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Von dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung entlang der Overbeckstraße und den beiderseitig anliegenden Abschnitten der Nußbaumerstraße. Dieser Bereich war das bevorzugte Baugebiet für die Beschäftigten des Schlachthofes. Als integraler Bestandteil der noch weitgehend erhaltenen ursprünglichen Bebauung dokumentiert das o. g. Objekt die stadtteilspezifische Architektur in Neuehrenfeld , die in diesem Bereich durch meist dreiachsige Bauten mit Mittelbetonung (Erker oder gekoppelte Fenster) geprägt ist. Das o. g. Objekt ist aufgrund seiner aufwendigen Fassadengestaltung (Naturstein, aufgeputzer Fugenschnitt, Rauhputz, beschlagwerkartige Ornamentflächen, Rustikaimitat) ein besonderes Beispiel der individuell gestalteten Häuser an der Nußbaumerstraße und daher als bauliches Dokument unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0