Wohn- u. Geschäftshaus

Nußbaumerstraße 37 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7737
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Nußbaumerstraße 37, 50823 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.01.1996
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1906; 4 Geschosse, ausgebautes Satteldach (Dach und Gauben erneuert); 3 Achsen (mittiger Eingang); nahezu quadratischer Grundriß; Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil; Mittenbetonung durch zweigeschossigen Erker; EG mit Fugenschnitt (Sockelgeschoß); Kellersockel mit Wandfliesen verkleidet; Wandfläche der Obergeschosse mit horizontalem Fugenschnitt; Fensterbrüstungen 1./2. OG ornamentiert; Mittelerker auf 2 ornamentierten Konsölchen, (Unterseite Erker profiliert); Fenster/Eingangstür erneuert; 3. OG verändert (Kriegsschäden; neuer Putz); Rückfront: in Verlängerung der linken Achse Seitenflügel (1:2 Achsen); Vorderhaus zweiachsig (WC-Fenster vermauert); Rückfronten backsteinsichtig (Horizontalgliederung/Betonung der Stichbögen mit gelbem Backstein); erneuerte Balkonanlagen am Vorderhaus und Stirnseite Seitenflügel; Fensteröffnungen Seitenflügel (Hofseite) verändert; Dachgeschoß Vorderhaus/Seitenflügel verändert (Aufstockung nach Kriegsschaden ?); Fenster erneuert; Hoftür original. Innen original: Terrazzotreppe und Terrazzobelag auf den Podesten (teilweise erneuert); Metallgeländer und Holzhandlauf 50er Jahre. Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Hofmauer (zum Teil verputzt, zweiseitig mit Wandvorlagen/Pfeilern).

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereich nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Overbeckstraße und an den beiderseitig anliegenden Abschnitten der Nußbaumerstraße, die bevorzugte Baugebiete für Beschäftigte des Schlachthofes wurden. Als integraler Bestandteil einer in weiten Teilen erhaltenen Ursprungsbebauung ist das o. g. Objekt anschauliches Dokument der stadtteilspezifischen Architektur und prägt das Erscheinungsbild der Nußbaumerstraße maßgeblich mit, weshalb es unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0