Wohnhaus

Chamissostraße 14 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7787
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Chamissostraße 14, 50825 Köln
Baujahr1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.03.1996
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1912; Bauherr: Maurermeister A. Pöttgen; Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (Giebelfeld mit Krüppelwalmdach); 2 Achsen (Eingang Mitte links); linke Achse mit Dreierfenstern; Putzfassade (Putz erneuert) mit Werksteinrahmung des Eingangsbereiches (Wandbelag im eingezogenen Eingangsbereich erneuert); Eingangsstufen original; Fassadenrhythmisierung durch eingeschossigen Erker (im Winkel zum Nachbarhaus) mit Balkon (Brüstungsgeländer original); Fenster erneuert; Eingangstür aufgearbeitet, in der Substanz original.

Rückfront: verputzt; Mansarddach mit einer Gaube (rechts); links Wintergarten (EG), Loggien im 1./2. OG (im 2. OG mit originalem Metallgeländer; Fenster erneuert.

Innen original: WC-Tür im EG; eine Dachkammertür; Deckenleisten aus Stuck (im EG reiche Stukkaturen ); 3 Zimmertüren im EG.

Veränderungen: Holztreppe entfernt; Einbau einer neuen Treppenanlage (Metall und Kunststein), dadurch Veränderung der Grundrisse; Austausch aller Wohnungseingangs- und Zimmertüren (außer EG).

Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (verputzter Sockel mit Metallgeländer, Eingangstür fehlt) und der zum Typus des Hauses gehörende rückwärtige Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie, mußte jedoch schon in der ersten Hälfte der 1870er Jahre des letzten Jahrhunderts infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen und daraus resultierender zügiger baulicher Erschließung um Gebiete nördlich der Bahntrasse erweitert werden. Erste Erschließungsansätze lagen an der Otto- und Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße geführt waren.

Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich dann als siedlungsförderndes Element. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna (1896 erbaut) und der fast gleichzeitigen Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde wenig später St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u.a. entlang der Chamissostraße, die die Verbindung zwischen der gleichzeitig bebauten Eichendorffstraße und der Nußbaumersraße herstellt.

Von besonderer Bedeutung für das einheitlich wirkende Straßenbild der Chamissostraße sind deren systematisch angeordneten Hausgruppen, wobei das o.g. Objekt integraler Bestandteil einer aus drei einander spiegelbildlich zugeordneten Haustypen bestehenden Gruppe ist. Das o.g. Objekt ist als bauliche Einheit mit dem Nachbargebäude Nr. 16 errichtet worden, die wiederum ursprünglich baugleich mit den Bauten Nr. 6 und 8 waren.

Auffällige Mermale des Ensembles sind der reduzierte Schmukkaufwand und die Betonung der Kubatur (Erker, glatt verputzte Wandflächen, markanter Dachaufbau). Dies ist nicht etwa ein Hinweis auf eine finanzschwache Erstbewohnerschaft, sondern spiegelt vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen, die als Reaktion auf die mitunter überaus reich geschmückten und zuweilen als überladen empfundenen Gründerzeitfassaden zu verstehen ist.

Der Stadtverordnete Zilkens hatte es verstanden, eine schnelle Bauentwicklung in Subbelrath einzuleiten. Bereits 1901 schuf er durch preisgünstige Grundstücksübereignungen an die "Ehrenfelder Arbeiterwohnungsgenossenschaft" (heute: "Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld") einen weiteren wichtigen Siedlungsanreiz. So wurde die stadtauswärts gelegene Seite der Chamissostraße 1903/04 genossenschaftlich bebaut.

Zilkens war hier um die Schaffung weiterer attraktiver Wohngegenden bemüht, wobei sein Anliegen durch zwei städtische Planungen unterstützt wurde. Dies war zum einen der 1910 geplante und bis 1913 fertiggestellte Blücherpark und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels, dessen Verlauf um die Jahrhundertwende herum festgelegt worden war und in Ehrenfeld um 1910 angelegt und schnell bebaut wurde.

Dem o.g. Objekt kommt als integralem Bestandteil der in wesentlichen Merkmalen erhaltenen Gebäudezeile straßenbildprägende Funktion zu. Durch die Rhythmisierung des Ensembles mittels verspringender Baufluchten und unterschiedlicher Dachformen wird das o.g. Objekt zu einem unverzichtbaren Element im geschlossenen Gesamteindruck des Straßenbildes und für das Verständnis des städtebaulichen Gesamtzusammenhanges und ist daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0