Wohnhaus

Gerolsteiner Straße 67 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7910
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gerolsteiner Straße 67, 50937 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.07.1996
Stadtteil Sülz

Erbaut um 1912; nahezu quadratischer Grundriß; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit hochaufragendem Giebelfeld; 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung im Stil des Neoklassizismus (Ornament an der Erkerbrüstung entfernt); Mittenbetonung durch zweigeschossigen Erker mit Balkon (gemauerte/verputzte Brüstung); originale Haustür, Fenster erneuert.

Rückfront: 4 Achsen (rechts Bäder vorgestuft); Mansardflachdach mit 4 stehenden Dachfenstern; Speicher teilweise ausgebaut; erneuerter Verputz (1984); Balkone im 1./2.OG (originales Geländer im 1.OG); Fenster/Hoftür erneuert; Kellertür original.

Innen original: Vorflur: Terrazzoboden mit Bordüre; bräunlich-schwarze Wandfliesen; 6 ovale und 2 querliegende Stukkornamente; leicht profilierte Decke; Treppenhaus: Terrazzotreppe und -bodenbelag (EG/Podeste); gedrechseltes Holzgeländer (mit Metallbuchsen) und -handlauf; profilierte Wandleiste; Fensterbänke; Wohnungstüren mit Rahmen; Wohnungen: Grundrisse (außer Giebelgeschoß, hier leicht verändert); Zimmertüren mit Rahmen; Stuckornamente in allen Zimmern, Küchen und Fluren (in den Fluren unter abgehängten Decken).

Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten und der rückwärtige Garten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich dokumentiert das Wohnhaus die zweite Phase der Bebauung des 1888 nach Köln hin eingemeindeten Vororts Sülz, der seine Entstehung den Ziegeleien und Kiesgrubenbetrieben des 19. Jahrhunderts zu verdanken hat. In Sülz beginnt diese Entwicklung im Jahre 1845. Die zweite, für Sülz wesentliche und das heutige Erscheinungsbild der Straßen immer noch prägende Entwicklungsstufe setzt kurz nach der Jahrhundertwende ein, als die Neustadt nahezu vollendet war und entlang der wichtigen Ausfallstraßen weitere Gebiete für stadtzentrumnahes Wohnen erschlossen wurden. Die Gerolsteiner Straße ist eine relativ spät bebaute Wohnstraße, parallel zum Sülzgürtel verlaufend.

Baugeschichtlich dokumentiert das dreigeschossige, dreiachsige Mietstockwerksgebäude mit zeitypischer, sparsam stukkierter Putzfassade die Übergangsphase zur Neuen Sachlichkeit. Ein hoher, spitz zulaufender Giebel, der sich über die gesamte Fassadenbreite zieht, läßt das Gebäude trotz des dahinterliegenden, an die Nachbarbebauung anknüpfenden Satteldaches giebelständig erscheinen. Die Axialität wird durch einen breiten Mittelerker mit Balkonaufbau betont, profilierte verkröpfte Sohlbankgesimse und lisenenartige Putzvorlagen gliedern und strukturieren die lediglich im Bereich der drei Brüstungsfelder und der Portalzone stuckierten Fassade.

Als integraler Bestandteil des im Teilbereich zwischen Münstereifeler und Berrenrather Straße noch überwiegend original erhaltenen Straßenensembles ist das o.g. Objekt in Aufbau und Fassadengliederung identisch mit dem Gebäude Nr.71. Beide Gebäude - Nr. 67 und 71 - rahmen das Gebäude Nr. 69, das innerhalb der Straßenbebauung mit seiner von 3 Giebeln gekrönten Fassade einen besonders markanten Akzent setzt. Die ansonsten zurückhaltend gegliederte Straßenfront im Stil des Neoklassizismus ist schließlich auch von künstlerischwissenschaftlicher Bedeutung für das Verständnis der Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0