Wohnhaus
Gerolsteiner Straße 63 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7948 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Gerolsteiner Straße 63, 50937 Köln |
| Baujahr | um 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.09.1996 |
| Stadtteil | Sülz |
Erbaut um 1912; nahezu quadratischer Grundriß; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit hochaufragendem Giebelfeld; 3 Achsen, Eingang rechts; Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil des Neoklassizismus; Mittenbetonung durch zweigeschossigen, segmentbogenförmig hervorgewölbten Erker, originale Haustür mit halbrundem Oberlicht, Fenster erneuert (Kunststoff, innenliegende Sprossen, ursprüngliche Aufteilung nachahmend) Rückfront: verputzt, rechter Gebäudebereich leicht vorspringend, Dach mansardartig abgeknickt, 2 Balkone mit originalen Brüstungsgittern (Stützen erneuert), Fenster zum Teil original (erneuerte Fenster in Holz und Kunststoff) Innen original: inkrustierter Terrazzoboden, abgetreppte Hohlkehle, Terrazzotreppe mit Holzgeländer, Wohnungstüren im 2. und 3. Obergeschoß, zum Teil Zimmertüren, Stuck in Form von Hohlkehlen, Holzdielenfußboden. Bestandteil des Denkmals sind auch vorderer und rückwärtiger Garten.
Ortsgeschichtlich dokumentiert das Wohnhaus die zweite Phase der Bebauung des 1888 nach Köln hin eingemeindeten Vorortes, der seine Entstehung den Ziegeleien und Kiesgrubenbetrieben des 19. Jahrhunderts zu verdanken hat. In Sülz beginnt diese Entwicklung im Jahre 1845. Die zweite, für Sülz wesentliche und das heutige Erscheinungsbild der Straßen immer noch prägende Entwicklungsstufe setzt kurz nach der Jahrhundertwende ein, als die Neustadt nahezu vollendet war und entlang der wichtigen Ausfallstraßen weitere Gebiete für stadtzentrumnahes Wohnen erschlossen wurden. Die Gerolsteiner Straße ist eine relativ spät bebaute Wohnstraße, parallel zum Sülzgürtel verlaufend.
Baugeschichtlich dokumentiert das Mietsgebäude mit zeittypischer, sparsam stukkierter Putzfassade die Übergangsphase zur Neuen Sachlichkeit. Ein hoher, spitz zulaufender, sich über die gesamte Fassadenbreite ziehender Giebel (an den Seiten unterschiedliche Anschlüsse an die Nachbarhäuser u.U. durch Kriegsschaden), dessen oberes Giebelfeld durch ein kräftiges Gesims abgeteilt ist, läßt das Gebäude trotz des dahinterliegenden, an die Nachbarbebauung anknüpfenden Satteldaches giebelständig erscheinen. Die Achsialität wird durch einen breiten Mittelerker betont; profilierte, verkröpfte Sohlbankgesimse, lisenenartige und rechteckige Putzflächen gliedern die ansonsten äußerst sparsam in zwei Brüstungsfeldern und dem Erdgeschoß stuckierte Fassade. Der rundlich gestaltete Erker zeigt parallel zu Nr. 59 und im Gegensatz zu benachbarten Bauten (Nr. 61, 67, 69, 71) noch größere Verbundenheit mit dem Historismus, während die anderen genannten Bauten stärker zur Moderne orientiert sind. Die in großen Teilen im Inneren erhaltene originale Gestaltung von Terrazzofußboden und Treppe, hölzernem Treppengeländer, Wohnungs- und Zimmertüren und schlichtem Deckenstuck dokumentieren den Übergang von handwerklicher zu industrieller Fertigung im Wohnungsbau. Städtebaulich ist das Gebäude ein wesentlicher Bestandteil der überwiegend original erhaltenen Bebauung der beginnenden Moderne nach 1910 im Straßenbereich zwischen Münstereifeler und Berrenrather Straße, wo die Häuser in Maß, Komposition und Bauzier sowie der alternierenden Folge der Giebelbauweise ein selten einheitliches, denkmalwürdiges Straßenensemble darstellen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0