Pfarr- u. Gemeindehaus

Hochstadenstraße 33 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1412
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungPfarr- u. Gemeindehaus
Adresse Hochstadenstraße 33, 50674 Köln
Baujahr1900 bis 1902
Architekt / PlanungNöcker
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 12.04.1983
Stadtteil Neustadt/Süd

Das 1900 - 1902 von dem Kölner Architekt Nöcker errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln. Die durch den starken Bevölkerungszuwachs im Lauf des vergangenen Jahrhunderts notwendige Stadterweiterung, die ab 1881 - nach Schleifung des Festungsrings - intensiv vorangetrieben wurde, beinhaltete auch die Erschließung mit Bauten, die dem sakralen Leben Rechnung trugen. Mit dem Weiterbau des Kölner Doms, der zum nationalen Denkmal wurde, entwikkelte sich Köln ab 1842 zu einer Hochburg der Neugotik, die u.a. mit den Namen der Architekten Vincent Statz, Friedrich Baudri und Friedrich von Schmidt verbunden ist. Die Herz-Jesu Kirche von Friedrich von Schmidt ist dafür neben St. Agnes und St. Mauritius ein anschauliche Beispiel. Gleiches gilt für das der Herz-Jesu Kirche zugehörige Pfarrhaus, das ebenfalls außen wie innen in rein neugotischem Stil gehalten ist.

Das achtachsige, ursprünglich drei-, heute viergeschossige Gebäude weist eine einheitlich gotische Fassadendekoration und -gliederung auf. In deren Charakter - nach den historischen Vorstellungen Nöckers - offenbar auch die insgesamt asymmetrische Konzeption gehört (siehe Spitzbogen-, Zwillings- und Drillingsfenster unterschiedlicher Formengebung und Größe; ursprünglich Giebelgeschoß in der ersten Achse links sowie in der fünften, sechsten und siebten Achse von links; Hauseingang in der vierten Achse von links). Die Fassade ist in der Grundfläche durchweg mit einem feinen Fugenschnitt überzogen, wobei das Erdgeschoß von den Obergeschossen durch ein abgeschrägtes Gesims abgetrennt ist. Besonders aufwendig ist das spitzbogige Maßwerkportal eingefaßt, wobei die Bekrönung, eine Kreuzblume, zwei Säulen als Aufsätze der Fialen sowie Dreipaßfriese in das erste Obergeschoß übergreifen. Neben der feinen Werksteinrustika als Fenstereinfassung und -bekrönung dominieren die gotischen Elemente als Binnengliederung und als Dekor der Fenster (insbesondere sich teils durchdringende Stäbe, kantige Kapitelle, Drei- und Vierpässe).

Die zweiflügelige, hölzerne Eingangstüre mit feinem Schnitzwerk, Verglasung und Schmiedeeisen führt in eine fünfachsige Tordurchfahrt mit Kreuzgratgewölben, von der links und rechts die beiden Trakte des Hauses abgehen.

Außer den auch in historischen Gebäuden anderer Stilrichtung gebräuchlichen Elementen (u.a. Terrazzofußboden mit geometrischem Muster, schwarze Marmorplatten und weiße Fliesen als Wanddekor in der Tordurchfahrt, Terrazzotreppenhaus im linken Trakt, Stuckdecken mit einfachem, streng geometrischen Muster in den Räumen, profilierte Zimmertüren) ist die Innenausstatttung in rein gotischem Stil gehalten (Wohnungseingangstüren mit Spitzbogen, hölzernes Treppenhaus im rechten Trakt, Fensterverglasung).

Das Gebäude bildet mit der übrigen, in weiten Teilen erhaltenen, originalen Erstbebauung der Hochstadenstraße ein Ensemble von besonderem, städtebaulichen Wert (Nr. 27, 31, 18, 20, 24, 28, 30). Auch wegen des funktionalen Bezugs zu dem in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelten Gotteshaus ist die Unterschutzstellung des Gebäudes aus der Sicht der Denkmalpflege unabdingbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0