Wohn- u. Geschäftshaus
Hochstadenstraße 30 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2172 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Hochstadenstraße 30, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1898 bis 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.03.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1898 bis 1900 als viergeschossiges, vierachsiges Wohnhaus mit einem Giebelgeschoß und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Hochstadenstraße verbindet den Zülpicher Platz an seiner Südecke mit der Luxemburger Straße als Ausfallstraße. Die mit etwa 45 Grad schleifende Einmündung liegt unweit der Eisenbahnüberführung, einem Denkmal der Brückenbauwerke des Eisenbahngürtels. Der Eindruck des Straßenraums entspricht in seinem auf das Wohnviertel zwischen Zülpicher Straße, Roonstraße, Luxemburger Straße und Eisenbahngürtel bezogenen Wohn-Charakter der Kyffhäuserstraße und der Heinsbergstraße. Den optischen Abschluß des Straßenraums bilden jenseits des Zülpicher Platzes das zentral stehende Eckhaus Zülpicher Straße 18, zwischen dem teilweise sichtbaren, aus der Straßenachse gerückten Turm der Herz-Jesu Kirche rechts und einer Gebäudeflucht der Engelbertstraße mit den historischen Häusern Nr. 8 und 12 zur linken Seite und, am gegenüber liegenden Straßenende eine Hauswand der Luxemburger Straße. Die Traufhöhen der vier- bis fünfgeschossigen Altbebauung geht an den verschliffenen Ecken der Kreuzung mit der Kyffhäuserstraße einheitlich in deren Traufhöhe über. Der Querschnitt des Straßenraums als stehendes Rechteck ist gleich dem der übrigen Straßen des Viertels und steht in bewußtem Gegensatz zu der Weite der rings umgebenden Wohn- und Geschäftsstraßen und prachtvollen Platzanlagen.
Außerhalb der Fensterumrahmungen, Übergiebelungen und sparsam verwendeten Gesimse bestehen die Fassadengliederungen aus vertieft und erhöht gegeneinander abgesetzten, ebenen Putzflächen. Auf diesem flächig wirkenden Untergrund fallen die erhalben aufgesetzten Profilstärken wirkungsvoll ins Gewicht. Das hohe Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß, dessen ebene Vorderseite sich an ihrer oberen Kante abgetreppt in gleicher höhe wiederholt, bildet gemeinsam mit dem Fensterbankgesims des ersten Obergeschosses zugleich einen oberen Abschluß des Erdgeschosses und Postament für fünf, die Fensterachsen des ersten, zweiten und dritten Obergeschosses flankierende Pilaster, die auf ihren Kapitellen in Höhe der Fensterstürze des dritten Obergeschosses das leicht vorkragende Dachgesims unterstützen. Die beiden breiten, äußeren Pilaster flankieren das Fassadenfeld der Obergeschosse und grenzen es an den Nachbargebäuden ab. Die Pilaster-Schäfte bestehen aus einer allseitigen Rahmung in einem Drittel der Breite um eine mittlere, bandartige Vertiefung. Die somit eingeleitete Vertikalität wird von den stehenden Rechtecken der Fensteröffnungen, auf deren Rahmung plastisch aufgesetzte, an den Seiten abgetreppte und an der oberen Seite stark überhöhte Schlußsteine aufwärts weisen und wandteppich-artige Flächen über die Fensterbänke an den Brüstungen herabhängen, von den seitlichen Achsen, die in quadratische Dachgauben münden, und vor allem von der Symmetrie-Achse auf der Mitte des mittleren Pilasters aufgenommen, der einem Dachgiebel mit zwei zu einer vertikalen Fuge zueinander gerückten Fenstern und abschließender Dreieck-Überdachung entspricht. Die Reihung der Dreieck-Überdachung im zweiten Obergeschoß, deren Grundlinien von den Schlußsteinen durchbrochen werden, und die den Dchgiebel abschließende, die Fassade bekrönende Dreieckverdachung stehen in vertikal-horizontal vermittelnder Beziehung zueinander. Die Architektur wendet sich mit klassizistischen Ausdrucksmitteln zurückhaltend dem neuen Aufbruch zum Licht und zu natürlichem Bewußtsein, dem Jugendstil, zu.
Die gerade, zwei- und gegenläufige, rechtswendende Holztreppe trägt ein Holzgeländer mit hohem Antrittspfosten auf der zweiten Antrittsstufe im ersten Obergeschoß, dessen gedrechseltes Profil sich aus zweiteiliger, zylindrischer Basis, einer mittigen Vase und einem sich nach oben verjüngenden Schaft mit abschließendem Kugelknauf zusammensetzt, und einen Handlauf aus Holz. Die Wohnungsabschlüsse bestehen aus zwei, mittig gesetzten, Fürflügeln, schmalen, feststehenden Seitenteilen und einem Oberlicht in Gesamtbreite. Türflügel und Seitenteile werden durch Pilaster mit hohen Diamantquadern im unteren, Kanneluren im oberen Teil und kantige Kapitelle unter dem hohen, oberhalb ausladenden und in seiner Mitte durch eine Zahnleiste in eine untere und eine obere Hälfte aufgeteilten Kämpferprofil voneinander getrennt. Das Oberlicht teilen die Verlängerungen der Pilaster vertikal in drei Felder auf. Türflügel und feststehende Seitenteile tragen in ihrer oberen Hälfte eine Verglasung, deren Sprossen die größeren, mittleren Scheiben als Randrahmung einfassen. Die dreiteiligen, etwa quadratischen Stichbogenfenster des Treppenhauses geben gute Belichtung. In den Wohnungen sind teilweise der originale Deckenstuck und die originalen Türen erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0