Wohnhaus
Hochstadenstraße 28 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2197 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hochstadenstraße 28, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.04.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1898 als Wohnhaus mit vier Vollgeschossen, einem Souterrain, drei Achsen, einem Erker und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Köln wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschland durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Hochstadenstraße verbindet den Zülpicher Platz an seiner Südecke mit der Luxemburger Straße als Ausfallstraße. Die mit etwa 45 Grad schleifende Einmündung liegt unweit vor der Eisenbahnüberführung, einem Denkmal der Brückenbauwerke des Eisenbahngürtels. Der Eindruck des Straßenraumes entspricht in seinem auf das Wohnviertel zwischen Zülpischer Straße, Roonstraße, Luxemburger Straße und Eisenbahngürtel bezogenen Wohncharakter der Kyffhäuserstraße und der Heinsbergstraße. Den optischen Abschluß des Straßenraumes bilden jenseits des Zülpicher Platzes das zentral stehende Eckhaus Zülpicher Straße 18 zwischen dem teilweise sichtbaren, aus der Straßenachse gerückten Türen der Herz-Jesu-Kirche rechts und einer Gebäudeflucht der Engelbertstraße mit den historischen Häusern Nr. 8 und 12 zur linken Seite und am gegenüberliegenden Straßenende eine Hauswand der Luxemburger Straße. Die Traufhöhen der vier- bis fünfgeschossigen Altbebauung gehen an den verschliffenen Ecken der Kreuzung mit der Kyffhäuserstraße einheitlich in deren Traufhöhe über. Der Querschnitt des Straßenraumes als stehendes Rechteck ist gleich dem der übrigen Straßen des Viertels und steht in bewußtem Gegensatz zu der Weite der rings umgebenden Wohn-, Geschäftsstraßen und prachtvollen Platzanlagen. Die Fassade besteht aus drei Zonen: Dem Souterrain, dessen gekuppelte hohe Rechteckfenster in Höhe der oberen, abgerundeten Ecken mit einem breiten, flächigen Gesims mit unterem, verstärktem Rand zusammengefaßt werden, wodurch der Eindruck eines zurückspringenden Erdsockels entsteht, dessen Baumasse die sechs Fensteröffnungen im Gegensatz zu seiner lasttragenden Funktion in spielerische Leichtigkeit verwandeln, dem 1. OG, das durch die Wirkung des sich mit flächigem Untergrund, gequarderten Umrahmungen der Stichbogenfenster und die Auflast der oberen Geschosse mit steigendem, zunehmend auskragendem Stockwerkgesims einen äußerst kraftvollen, die Auflast veranschaulichenden Ausdruck gibt und dem einheitlichen Fassadenteil aus 2., 3. und 4. OG, das mit einem Dachgesims, das ein breiter Fries einleitet, abschließt. Die Symmetrie- und Mittelachse betont am 2., 3. und 4. OG einen Erker mit abgeschrägten Ecken, den das Stockwerkgesims über dem 1. OG und das Dachgesims mit einbezieht und in die Fassade einbindet. Die sich allein auf den Erker beschränkenden Doppellinien der Stockwerk- und Fensterbankgesimse fassen rechteckige und quadratische Schmuckfenster unterhalb der Fenster ein. In den Seitenachsen unterstreichen die Vorhangbogen am 2. OG aus drei abwärts durchhängenden Teilbogen und Schuckfeldern unter balkenförmigen Verdachungen, am 3. OG gekuppelte Flachbogenfenster, die von gemeinsamen Flachbogen eingefaßt werden und am 4. OG am Fries unter dem Dachgesims unmittelbar anschließend gekuppelte Rechteckfenster mit gemeinsamer Steinbalkenteilung die Individualität der einzelnen Wohnungen. Diese Bogenformen erscheinen in derselben Folge an den Fenstern des Erkers noch einmal in verminderter, ähnlicher Größe. Die Jugendstil-Architektur des Gebäudes bringt spielerische Bewältigung statischer Probleme und mit der durch zahlreiche und bisher unüblich großen Fenstern die Hinwendung zum Licht und naturverbundenem Bewußtsein zum Ausdurck. Der langgestreckte, niedrige Hausflur besteht aus einer vorderen, breiten und einer hinteren, einseitig verschmälerten Hälfte. Die Hohlkehle der gemeinsamen Decke wird durch eine breite, zweiteilige Wandleiste und eine schmale, ebenfalls zweiteilige Deckenleiste (beide Leisten mit schmalen Kehlen) eingefaßt. Der Boden besteht aus grauem - mit einer breiten Randrahmung aus schwarzem - Terrazzo. Das Treppenhaus schließt links am Ende des Hausflures an. Die einläufige, um 180 Grad gewendelte Holztreppe begleitet ein Holzgeländer mit pfostenartig verstärkten Stäben an den Antritten, die sich unterhalb der umrahmten Wangen als hängende Zapfen fortsetzen. In den Zugängen zu den Geschossen sind die reich profilierten Wandbekleidungen mit reich profiliertem Kämpfer und ein in zwei Quadrate aufgeteiltes Oberlicht der originalen, zweiflügligen Wohnungsabschlüsse erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0