Wohnhaus

Nußbaumerstraße 36 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6262
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nußbaumerstraße 36, 50823 Köln
Baujahrum 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.10.1991
Stadtteil Neuehrenfeld

Um 1914 erbaut; Teil einer beinahe symmetrischen Wohnhausgruppe; Architekt wahrscheinlich Rudolf Brovot. 2 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß, in der rechten Achse Risalit. Neoklassizistische Putzfassade mit sparsamen Gliederungen, Betonung des Eingangsbereichs durch Stuck und Biberschwanzziegel (solche Ziegeln wurde auch für die straßenwärtige Dachdeckung verwendet). Fenster teilweise original, Haustür teilweise original. Rückseite: verputzt; kleine Terrasse im EG, linksseitig 2 Balkone (1. OG und Dachgeschoß); Fenster und Türen zum großen Teil original. Im Innern original erhalten: Im Eingangsbereich Marmorboden und Marmor- differenzstufen, etwas Wand- und Deckenstuck; an die Differenzstufen anschließender und bis zum Treppenhaus reichender Fliesenboden, Deckenstuckrosette; von der Haustür bis zum Treppenhaus reichende Wandtäfelung; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten sowie bis zum Dachgeschoß reichende Linkrustatapete; Kellertür, weitgehend die Zimmertüren, etwas Deckenstuck in den Zimmern des Erdgeschosses, in der Küche (Erdgeschoß) außerdem Wand- und Bodenfliesen.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Stadtteil Neuehrenfeld wurde ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung von Ehrenfeld aus erschlossen. Die Nußbaumerstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, bildete ehemals den alten Flurweg. Sie begrenzt den älteren Siedlungsbereich Neuehrenfelds in Längsrichtung, wurde kurz nach der Jahrhundertwende, vorwiegend aber ab den Zehnerjahren bebaut und dokumentiert somit in städtebaulicher wie in zeitlicher Hinsicht die Spätphase der Erschließung. Das Gebäude ist integraler Bestandteil einer dem Architekten Rudolf Brovot zugeschriebenen, beinahe symmetrischen Wohnhausgruppe (Nr. 36 bis Nr. 46), die um 1914 errichtet wurde. Brovot war bevorzugter Baumeister des Stadtverordneten, Maklers und Bankiers Franz Zilkens, auf dessen Initiative dieser Bezirk des Stadtteils bebaut wurde. Das Gebäude veranschaulicht die insbesondere für die Brovotschen Bauten der Zehnerjahre, die vielfach paar- oder gruppenweise aufeinander bezogen sind, typischen Merkmale (vgl. auch Försterstr. 44-50; Siemensstr. 43-49): die Zwei-Achsen-Gliederung, der charakteristische Dachausbau, sparsame, zuweilen Elemente des sog. Heimatstils aufnehmende Dekorationen, die hier die damals verbreitete Vorliebe für strengere und schlichtere Formen verdeutlichen und sich damit auch deutlich von dem gegenüberliegenden, noch dem Jugendstil verhafteten Ensemble (Nr. 33-39) abheben. Das o. g. Objekt, das sein Pendant in dem spiegelgleich gestalteten Haus Nr. 38 hat, wird daher sowohl als Beleg für das Werk eines bestimmten Architekten als auch für die stadtteilspezifische gehobene Wohnbebauung im frühen 20. Jahrhundert zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0