Wohnhaus
Lenauplatz 6 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8421 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lenauplatz 6, 50825 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.10.1999 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1905; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit 3 Dachhäuschen mit Dreiecksgiebel (in der Substanz original, Verkleidungen erneuert); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination/Überformung von klassizistischen und Renaissance-Elementen (horizontale Lagerfugen, strenge hochrechteckige Fensterformen, profilierte Fensterrahmungen nach Stockwerken variierend); Betonung der linken Gebäudeachse durch breite Fenster und risalitartige Vorstufung; Horizontalgliederung durch Stockwerk- (EG) und Sohlbankgesims (EG/1.OG); Eingangstür original/Fenster erneuert (teilweise in Holz, teilweise in Kunststoff).
Rückfront: 4 Achsen (Treppenhaus/WCs links leicht vorgestuft); backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Treppenhaus- und EG-Fenster mit Beschlägen/Hoftür original; restliche Fenster erneuert.
Innen original: Treppenhaus: Terrazzobelag im Treppenhaus/auf den Podesten (im Vorflur mit Intarsien); doppelte Deckenleiste und Stuckrosette im Vorflur; rundbogig profilierter Durchgang mit Kämpfer zum Treppenhaus; Betontreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf; hölzerne Kellerwange und -tür; WC-Türen; Wohnungen: EG: Wohnungseingangstür mit Rahmen/kassettierter Laibung; Zimmertüren mit Rahmen (Straßenzimmer mit kassettierten Laibungen); ein Straßenzimmer mit Stuckausstattung; Grundriß; 1.OG: zwei Zimmertüren (eine mit kassettierter Laibung); Grundriß; 2.OG: Wohnungseingangstür (dreiflüglig mit Verglasung); Zimmertüren mit Rahmen (kassettierte Laibungen in den Straßenzimmern; eine Straßenzimmertür innen verkleidet); eine Zwischentür im Flur fehlt (Rahmen vorhanden); Stuckrosetten und doppelte Stuckleiste in beiden Straßenzimmern; Fußleisten; Grundriß; DG: 2 Zugangstüren; 3 Zimmertüren mit Rahmen; Grundriß.
Veränderungen: Grundrisse im EG/1.OG durch Badezimmereinbauten im Küchenbereich leicht verändert; abgehängte Decken im 1.OG (Zustand der darunter befindlichen Stukkaturen unbekannnt).
Bestandteil des Denkmals ist auch die verputzte Hofmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie, mußte jedoch schon in der ersten Hälfte der 1870er Jahre des letzten Jahrhunderts infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen und daraus resultierender zügiger baulicher Erschließung um Gebiete nördlich der Bahntrasse erweitert werden. Erste Erschließungsansätze lagen an der Otto- und Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße geführt waren.
Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich dann als siedlungsförderndes Element. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna (1896 erbaut) und der fast gleichzeitigen Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde wenig später St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u.a. entlang der Hauff- und Landmannstraße und am 1902 ebenfalls von Schlösser angelegten Lenauplatz. Aus dieser Zeit datiert auch das o. g. Objekt, das gemeinsam mit einer Reihe weiterer Bauten den Lenauplatz in seiner städtebaulichen Bedeutung definiert. Die Platzrandbebauung ist vorwiegend durch dreiachsige Gebäude charakterisiert, deren abwechslungsreich gestalteten Fassaden durch Erker, risalitartige Vorstufungen und Dachaufbauten betont werden.
Als integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Ursprungsbebauung trägt das o.g. Objekt, das eine bauliche und gestalterische Einheit mit dem Nachbargebäude Nr. 7 bildet, wesentlich zum Verständnis der historischen Entwicklung Neuehrenfelds bei und stellt ein unverzichtbares bauliches Dokument dar.
(Siehe auch Schreiben der Eigentümer vom 05.07.2000)
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0